Initiative Zukunft Harz (IZH) zieht erste Zwischenbilanz

Die IZH arbeitet seit März 2011 aktiv an der Umsetzung der Projektbündel aus insgesamt fünf Themenfeldern

Osterode /Goslar (bo). Am vergangenen Dienstag fand die zweite Beiratssitzung der Initiative Zukunft Harz (IZH) in Clausthal-Zellerfeld statt. Die Beiratssitzung diente dazu, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
Am 24. März 2011 tagte der Beirat der IZH zum ersten Mal und diskutierte eine Gesamtstrategie für die wirtschaftliche Entwicklung des Westharzes. Seitdem arbeitet die IZH aktiv an der Umsetzung der damals der Öffentlichkeit vorgestellten Projektbündeln aus insgesamt fünf Themenfeldern: Ressourcentechnologie, Tourismus, Gesundheit, Wirtschaftsfreundliche Region sowie TU Clausthal.
Der Staatssekretär des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, Dr. Oliver Liersch, äußerte sich positiv über den bisher erreichten Zwischen­stand: „Wir befinden uns mit der Initiative Zukunft Harz auf einem guten Weg, auch, wenn noch viel zu tun bleibt.“ Dr. Liersch hob hervor, dass alle beteiligten Akteure im Westharz an einem Strang ziehen müss­ten: „Wenn sich Regionen über ihre Strategie in einem übergreifenden Projekt einigen, dann werden auch die Kräfte mobilisiert, die am Ende Erfolg versprechen.“
Der Landrat des Landkreises Osterode am Harz, Bernhard Reuter, hob einige der Projekte besonders hervor. So zeige das Projekt eines unterirdischen Pumpspeicherkraftwerks, das gemeinsam mit dem Energieforschungszentrum Niedersachsen weiter vorangetrieben werde, sehr vielversprechende Fortschritte: „Es wurden Gespräche mit acht Investoren geführt, vier Investoren haben ein konkretes Interesse bekundet, eine Absichtserklärung liegt bereits vor; eine Projektgesellschaft wird, so hoffe ich, noch vor Ende Februar 2012 gegründet sein. Daneben haben wir weitere Unterstützung in zahlreichen Bürgerforen, aber auch in der Landes- und Bundespolitik für das unterirdische Pumpspeicherkraftwerk organisieren können.“ In Gesprächen mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Jörg Bode und dem Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler haben Land und Bund Unterstützung für das Projekt zugesagt.
Über ein weiteres Beispiel berichtete der Landrat des Landkreises Goslar, Stefan Manke. Das vorgeschlagene Recycling-Cluster nehme konkrete Formen an. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass in der Region viele Unternehmen ansässig sind, die im Bereich Spezial-Recycling tätig sind. Gleichzeitig verfügt die TU-Clausthal in diesem Bereich über herausragende Forschungs- und Technologiekompetenz. Bisher konnten zwölf Partner aus Unternehmen und Wissenschaft von einer Mitarbeit im Recycling-Cluster überzeugt werden, die in bisher drei Veranstaltungen zusammenarbeiten. „Ich freue mich außerordentlich, dass das Recycling-Cluster bereits in zwei Wochen durch eine Vereinsgründung offiziell ins Leben gerufen werden wird. Ein Förderantrag ist in Abstimmung mit der NBank. Wirtschaftsminister Jörg Bode wird bei der Vereinsgründung anwesend sein“, so Landrat Manke.
Allerdings wies der Lenkungsausschuss der IZH auch darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Region einen langen Atem benötigen werde. So hat die Arbeit beispielsweise zur Ansiedlung hochwertiger Hotels in der Region trotz der Ansprache zahlreicher Investoren bisher nur zu einer geringen Anzahl an interessierten Investoren geführt. Negativtrends, zum Beispiel in der Anzahl der Übernachtungen im Westharz, werden nicht innerhalb weniger Monate umgekehrt werden können.
Positiv entwickeln sich die Arbeiten an der Gründung eines Eigenkapitalfonds und auch die Projekte in enger Zusammenarbeit mit der TU Claus­thal. So haben sich zwischen der TU Clausthal und der IZH Arbeitsteams gebildet, die ein neues Alumnikonzept der Hochschule, eine konkrete Hinterlegung der Wachstumspläne der Hochschule, die noch engere Vernetzung zwischen TU Clausthal und der lokalen Wirtschaft oder auch eine Strategie für Exzellenz in Lehre und Forschung erarbeiten.