Kreismüllabfuhr trotz Gebührensenkung im Plus

Ausschuss für Umwelt, Abfall und Ordnung nimmt Entlastung einer Teilfläche bei Bad Grund aus Landschaftsschutz

Als „eine Option auf die Zukunft“ titulierte Michael Bührmann, Fachbereichsleiter Abfall und Bodenschutz beim Landkreis Osterode, die neuen Abfallbehälter, die in diesen Tagen im Landkreis verteilt werden. Andreas Holler, Vertriebsleiter der Firma c-trace, die den Austausch vornimmt, sowie Lothar Prantzsch von Lieferant SSI-Schäfer, hatten dem Ausschuss für Umwelt, Abfall und Ordnung soeben nicht nur geschildert, wie der Austausch der Restmüll- und Papiertonnen logistisch gemeistert wird, sondern auch die technischen Feinheiten erläutert, die in den neuen Behältern stecken.
Die sind mit einem Chip versehen, der mit der aufgeklebten Adresse zu einer eindeutig identifizierbaren Tonne verschmolzen wird. „Wir nennen das verheiratet“, erläutert Holler dem Ausschuss. Anschreiben an die Bewohner sind bereits ergangen, auch eine Hotline ist eingerichtet, um den Bürgern ihre Fragen zu beantworten. Ab kommender Woche werden dann binnen etwa vier Wochen nicht nur die neuen Papier- und Restmüllgefäße ausgeliefert, sondern gleich auch die alten mitgenommen. Für die Woche ab dem 5. November ist dann geplant, die großen, auf vier Rädern stehenden Gefäße auszutauschen, bis dahin sollen die kleineren abgearbeitet sein. Der angesprochene Chip dient nicht nur der eindeutigen Identifikation, wie Prantzsch ausmalte: „Sollte, um die Anwohner zum Altpapiersammeln zu animieren, das einmal honoriert werden, ist das mit dem Chip ganz simpel zuzuordnen.“
Über die Haushaltsentwicklung der Teilhaushalte 2 und 7 ließ sich der Ausschuss nur sehr vage aus. „Aus Wettbewerbsgründen können wir in der öffentlichen Sitzung keine Zahlen auf den Tisch legen“, erklärte Vorsitzender Raymond Rordorf. Immerhin verriet Bührmann für den Bereich „Ordnung, Sicherheit und Natur“, „alles ist im grünen Bereich, wir rechnen mit einer Punktlandung.“ Das derzeitige kalkulatorische Einnahme-Minus an Straßenverkehrs-Ordnungswidrigkeiten von 400.000 Euro werde sich noch auf etwa 120.000 Euro reduzieren. Auch die Kreismüllabfuhr sei „trotz der Gebührensenkung im Plus.“ Lediglich die Kreismülldeponie kommt auf „ein rechnerisches Minus von etwa 1,2 Millionen Euro.“ Das hänge auch ein wenig mit der Rechtsprechung zusammen, die untersagt, dass sich Haushaltsstellen gegenseitig sponsern.
Erster Kreisrat Gero Geißlreiter teilte mit, dass „vor dem Hintergrund einer möglichen Fusion“ das Abfallwirtschaftskonzept erst nach Abschluss der Fusionsverhandlungen unter Berücksichtigung möglicher Konzepte der Fusionspartner fort geschrieben werde. Zudem nahm der Ausschuss zustimmend nickend die Entlassung einer Teilfläche bei Bad Grund aus dem Landschaftsschutz. Die Alfred Gahlke GmbH, einer der führenden Gewürzhändler auf der Welt, plant dort eine Betriebsvergrößerung. Ebenso teilte er mit, dass die Geschwindigkeits-Kontrollen des Kreises nicht mehr vorher veröffentlicht werden. „Es wurde laut Messpersonal lediglich im Bereich des angekündigten Standortes etwas verhaltener gefahren“, so Geißlreiter, das Ziel die Verkehrsteilnehmer zu rücksichtsvollerem Fahren zu animieren, wurde nicht erreicht.