Leitstellenverbund wird die Sicherheit erhöhen

Dietmar Limberg, Leiter der Osteroder Leitstelle, im neuen Technikraum, der neben einer unterbrechungsfreien Stromversorgung über zwei Klimaanlagen verfügt, welche die Raumtemperatur auf konstanten 18 Grad Celsius halten. (Foto: Strache)

Modernisierung der Rettungsleitstelle Osterode vor Abschluss / Digitales Alarm-Netz kommt Ende des Jahres

Von Maximilian Strache,
Osterode

Seit rund sechs Wochen werden in der Rettungsleitstelle (FEL) des Landkreises Osterode Löcher gebohrt, Böden rausgerissen, Lampen angeschraubt und Kabel verlegt. Die Disponenten, die für die Annahme der Notrufe zuständig sind, haben sich in der Zwischenzeit ins Untergeschoss der Feuerwehrtechnischen Zentrale im Ortsteil Katzenstein zurückgezogen und im kleinen Unterrichtsraum eine Interimsleitstelle eingerichtet. Von dort aus werden nun noch bis Ende Februar die verschiedenen Einsätze koordiniert. Dann, nach Abschluss aller Arbeiten, soll es zurück in die modernisierten Räume im zweiten Obergeschoss gehen.
Udo Müller, Leiter der Ordnungsabteilung des Landkreises Osterode, spricht bei der Modernisierung der FEL von einem dringend notwendigen Schritt: „Die vorhandene Technik war dermaßen veraltet, dass ein umfassender Umbau und eine Erneuerung nahezu aller technischen Geräte unausweichlich war.“ Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf rund 450.000 Euro. Geld, das aus dem Rettungsstellenbudget des Landkreises fließt.
Im zweiten Quartal dieses Jahres soll dann auch der virtuelle Zusammenschluss mit der Leitstelle in Goslar zu einem so genannten Leitstellverbund erfolgen. Doch bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun. Die funktechnische Verbindung zwischen den beiden Leitstellen muss erstellt werden, bevor jeweils von beiden Standorten aus die Alarmierung für das gesamte Gebiet der Landkreise Goslar und Osterode übernommen werden kann.
Von diesem Verbund erhoffen sich die Verantwortlichen eine deutliche Optimierung bei der Organisation der Rettungseinsätze, da sich beide Leitstellen bei Überlastung gegenseitig unterstützen können und ein schneller Zugriff auf Fahrzeuge aus dem Nachbarkreis gewährleistet wird. Für Notarzteinsätze in der Samtgemeinde Bad Grund wird heute beispielsweise schon das Fahrzeug aus Seesen angefordert, und Einsätze in Braunlage oder St. Andreasberg werden vom Notarzt aus Bad Lauterberg gefahren. Zudem kann die jeweilige Partnerleitstelle bei Störungen oder Ausfällen die Arbeit der anderen übernehmen. Dietmar Limberg, Leiter der Leitstelle in Osterode, ist von der neuen Ausstattung und den damit verbundenen Möglichkeiten begeistert: „In den umgebauten Räumen werden wir über eine hochmoderne Notrufabfragetechnik und Einsatzleitrechnertechnik, eine neue Klimatechnik und eine unterbrechungsfreien Stromversorgung verfügen.“ Somit ist die neue Leitstelle auf nahezu jeden möglichen Defekt vorbereitet.
Darüber hinaus sorgt die Einrichtung des Leitstellenverbundes zwischen den beiden Landkreisen, und die damit mittelfristig verbundene Einführung eines gemeinsamen Digitalen Alarmierungsnetzes, für großes finanzielles Einsparpotenzial. „Der Unterhalt von zwei parallel laufenden analogen Alarmierungsnetzen verursacht immense Kosten. Dieses Geld können wir durch den gemeinsamen Betrieb eines digitalen Netzes einsparen“, so Udo Müller.
Das erklärte Ziel ist es, das gemeinsame Netz bis Ende 2012 fertigzustellen. Bevor die analogen Netze aber abgestellt werden können, müssen alle kreisangehörigen Gemeinden ihre Alarmierungstechnik auf die digitale Variante umstellen. Dafür bekommen die Städte und Gemeinden ein Zeitfenster bis Ende 2014 eingeräumt.
Die neue Technik ist nach Angaben von Udo Müller abhör- und ausfallsicherer als ihr analoger Vorgänger und zudem sehr viel komfortabler in der Handhabung.
Auch im Bereich der Personalplanung wird es einige Änderungen geben. In der Goslarer Leitstelle gibt es gegenwärtig 14 Planstellen, von denen 13 besetzt sind. Im Zuge der Einführung des Leitstellenverbundes wird die Anzahl der Planstellen auf zwölf reduziert. Ferner wird in der Nachtschicht nur noch ein anstatt zwei Disponenten tätig sein. In Osterode wird die Anzahl der gegenwärtig 6,5 Planstellen unverändert beibehalten.
Die Rettungsleitstellen sind weiterhin unter der Rufnummer 112 erreichbar.