„Les Miserables” mit „Tarzan” in Osterode

Martin Markert in der „Rocky Horror Picture Show”

„Nacht der Musicals” reißt Zuschauer von den Sitzen / Es gab allerdings auch Anlass zur Krititk

Auf einen Streifzug durch einige der bekanntesten und beliebtesten Musicals wurden die Besucher bei der „Nacht der Musicals“ in der gut besuchten Stadthalle Osterode mitgenommen. Dabei führte die Reise von den Wirren der französischen Revolution mit „Les Miserables“ durch die Katakomben der Pariser Oper im „Phantom der Oper“, über Wien mit „Falco meets Amadeus“ und „Elisabeth“ durch Transsylvanien, wo sie Gast der „Rocky Horror Picture Show“ waren, bis in den Dschungel zu „Tarzan“ und dem „König der Löwen“.

Ideenreiche Video-Projektionen

Das Publikum machte die Reise begeistert mit. Unterstützt von einem quirligen Tanzensemble in immer wieder gut nachgeahmten Kostümen, einer ansprechenden Lichtschau und ideenreichen Video-Projektionen. Lediglich an der Akustik haperte es etwas. Da war der ohnehin durch seinen sehr breiten Gesang schwer verständliche Janos Hodacs so manches Mal überhaupt nicht zu verstehen.
Auch war vielleicht die Abfolge der Stücke nicht ideal gewählt. Mit „Les Miserables“ zu starten, wo nach der guten Ensemble-Nummer zum Einstieg zwei relativ schwierige Solostücke folgen, ist hart für die Sänger, die da noch nicht richtig warm sind. Karolin Konert bekam das „Nur für mich“ der „Eponine“ noch ganz akzeptabel hin, aber Hodacs scheiterte an dem großartigen „Bring ihn heim“ des Jean Valjean, bekam die extrem hohen Töne am Ende einfach nicht hin.

Martin Markert überzeugt als „Falco”

Doch die insgesamt vier Sänger und Sängerinnen steigerten sich von Minute zu Minute. Vor allem im zweiten Teil rissen sie das Publikum mit. Martin Markert als „Tarzan“ etwas schwach auf der Brust, überzeugte aber als „Falco“ genauso wie er einen sehr starken „Tod“ bei „Elisabeth“ spielte. Der „Frank’N’Further“ der „Rocky Horror Picture Show“ schien ihm geradezu auf den Leib geschrieben.
Die Stimme und Aussprache des Bariton Hodacs aus Ungarn hingegen, war definitiv eine Geschmacksfrage. Mancher mochte diesen breiten Gesang, andere konnten sich damit gar nicht anfreunden. Irgendwie schien die Stimme nicht zum „Phantom der Oper“ oder auch zu „Dr. Jekyll“ zu passen. Dass Elvira Kalev Cattaneo als „Elisabeth“ eine ordentliche Figur machte, war nicht so überraschend, ist sie als Wienerin doch quasi neben dem Stück groß geworden. Am besten wusste eigentlich Konert zu gefallen. Ihr „Evita“ war klasse und auch die „Nala“ aus „König der Löwen“ interpretierte sie prima.

Publikum tanzt mit

Am stärksten jedoch war die ganze Gruppe bei den großen Szenen, wo fast alle auf der Bühne standen. Sei es bei den Rock-Songs aus „Rock of Ages“, beim Medley aus „Mamma Mia“ zum Finale des ersten Teils oder auch zu den Queen-Songs aus „We Will Rock You“. Sobald Tempo drin war, riss es die Leute aus den Sitzen.
So war es kein Wunder, dass alle eifrig bei der ersten Zugabe „Time Warp“ auf Anleitung von Markert mittanzten. Doch auch wenn die zweite Zugabe „The Show Must Go On“ lautete, war dann doch die Reise durch die „Nacht der Musicals“ am Ende angekommen.