Lotse für effektive Flüchtlingsarbeit

Manfred Fraatz, Magdalene Günther, Jessica Kleinfeld, Katja Knoke, Adrian Götz, Mustafa Akilli und Marcel Riethig (von links) informierten über den Start des Qualifizierungsmanagements der GAB zur Integration von Flüchtlingen. (Foto: Niemann)

Kreiseigene Gesellschaft unterstützt auch Flüchtlinge im Altkreis Osterode bei Integration in Arbeitsmarkt

Nach der erfolgten Landkreisfusion im vergangenen Jahr, ist nun seit April dieses Jahres die kreiseigene Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) auch im Bereich des Altkreises Osterode tätig und unterstützt die Flüchtlinge bei der sprachlichen und beruflichen Integration.

Das Mitarbeiterteam in Osterode, bestehend aus Hermann Eckes, Adrian Götz, Katja Knoke und Jessica Kleinfeld, hat seinen Sitz im Untergeschoss der Berufsbildenden Schule I am Neustädter Tor, wo am Mittwoch in einem Pressegespräch das Qualifizierungsmanagement vorgestellt wurde. Das Angebot der GAB beinhaltet die Unterstützung der Geflüchteten bei der sprachlichen und beruflichen Integration, Erfassung von Qualifikationen, Kenntnissen und Interessen sowie die Erarbeitung eines individuellen Hilfeplans zur Planung weiterer Qualifikationen. Auch stehen die Mitarbeiter als Ansprechpartner bereit und helfen bei Arbeitsuchend-Meldung und bei der Auswahl geeigneter Maßnahmen. Dabei sei die Zusammenarbeit und die Vernetzung mit den verschiedenen Trägern der Sprachkurse und Maßnahmen sowie mit den Ämtern ein wichtiger Bestandteil, so der Projektleiter Mustafa Akilli, der mit drei weiteren Mitarbeitern sein Büro in Göttingen hat.
Das Qualifizierungsmanagement der GAB setzt beim jeweiligen Kenntnisstand der Flüchtlinge ein und sucht nach geeigneten Maßnahmen, da auch die Sprachkenntnisse unterschiedlich stark ausgeprägt sind. 3.400 Flüchtlinge seien im Landkreis Göttingen und der Stadt Göttingen, davon aber erst rund 1.000 mit einem positiven Asylbewerberbescheid, um die sich das Jobcenter kümmere. Um die Wartezeit der anderen nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, käme das Qualifizierungsmanagement ins Spiel, so der Kreisrat Marcel Riethig. Im Altkreis Osterode fallen 967 Menschen unter das Asylbewerberleistungsgesetz, wovon 555 zwischen 16 und 64 Jahren für das Qualifizierungsmanagement in Frage kommen. Rund 200 davon habe man bereits in den ersten drei Monaten erfasst, so Akilli.
„Die Integration soll nicht dem Zufall überlassen werden“, so Riethig. „Ich halte die Integration aus menschlicher und ökonomischer Sicht für sehr wichtig, denn jede Unterstützung der Flüchtlinge bietet nicht nur Zukunftsperspektiven sondern entlastet auch den Sozialstaat“.
In keinster Weise trete die GAB als Konkurrenz zu den Trägern der Maßnahmen auf, betonte die Geschäftsführerin Magdalene Günther, die die Arbeit als Lotsenfunktion für die Flüchtlinge bezeichnete. Nach einem persönlichen Gespräch werden Qualifikationen abgefragt, wobei die Sprachkurse von essentieller Bedeutung seien, so der Fachbereichsleiter Manfred Fraatz. Und, es werde nach jeder Maßnahme ein persönlicher Hilfeplan erstellt, sodass nach einem positivem Asylbescheid auch die Kollegen vom Jobcenter einen Überblick über den jeweiligen Kenntnisstand hätten, so Akilli. In dem Gespräch berichteten die drei Mitarbeiter, dass durch das Zusammenwirken mit den Maßnahmeträgern und den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern eine solide Basis entstanden sei. „Hier findet soziale und emotionale Integration statt, die gar nicht genug wertgeschätzt werden könne, so Riethig.