Neubau war die preiswertere Alternative

Ulrich Diestel (Geschäftsführer), Thomas Preiß (Leiter Netzmanagement), Dirk Schaper (Geschäftsführer, alle Harz Energie Netz) im Gespräch mit Klaus Becker (Bürgermeister Stadt Osterode am Harz).

Harz Energie Netz weiht neue Leitstelle in Osterode ein

Nach zweijähriger Bauzeit hat die Harz Energie Netz am Freitag ihre neue Netzleitstelle am Hauptsitz in Osterode am Harz eingeweiht. Rund eine Million Euro hat der regionale Netzbetreiber in den Neubau investiert.

„Das war nicht einfach“, blickt Ulrich Diestel zurück. „Wir konnten die alte Leitstelle ja nicht einfach abschalten, sondern die Technik nur Schritt für Schritt umschalten. Außerdem musste die ständige Überwachung gewährleistet werden.“ Gemeinsam mit Dirk Schaper leitet er die Geschäfte des Unternehmens. „Wir mussten abwägen zwischen der Sanierung des Altbaus oder einem Neubau. Der Neubau war letztendlich die preiswertere Alternative“, so Diestel.
Im Spätsommer erfolgte der erste Spatenstich, der Rohbau stand nach einem Jahr. Etwa die gleiche Zeit war notwendig, um die gesamte Technik und die Leitstellen-Software zu integrieren. „Wir haben solide und funktional gebaut, haben alles was notwendig ist – jedoch keine vergoldeten Wasserhähne“, so Diestel.
Eine Netzleitstelle existiert an der Lasfelder Straße in Osterode seit über drei Jahrzehnten. Von dort aus werden die Strom-, Erdgas- und Trinkwassernetze für mittlerweile rund 280.000 Menschen überwacht. Dafür sind acht Mitarbeiter 365 Tage im Jahr rund um die Uhr im Einsatz. Im Dreischichtbetrieb übernehmen sie die Führung und Überwachung der Netze sowie die Steuerung der Netzeinspeisungen. Außer für die Muttergesellschaft, die Harz Energie, ist die Netzgesellschaft Dienstleister für elf weitere Stadtwerke und Energieversorger – zum Beispiel in Ansbach, Bovenden, Munster-Bispingen, Northeim und Stade. Fällt hier der Strom aus, ist ein Wasserrohr defekt oder hat die Gasleitung ein Leck, orten die Mitarbeiter der Harz Energie Netz die Fehlerquelle und informieren den örtlichen Bereitschaftsdienst. „Nach Alarmierung dürfen nicht mehr als 30 Minuten vergehen, bis die Mitarbeiter vor Ort sind“, sagt Gerd Mührenberg, verantwortlicher Mitarbeiter für Zähler- und Messtechnik. Insgesamt könnten sie 17.900 mögliche Meldungen entgegennehmen.
Neben der Störungsannahme und Fehlerortung wird die Leitstelle auch bei Routineaufgaben aktiv. Wenn Monteure an bestimmten Anlagen tätig werden, muss beispielsweise der Strom abgeschaltet werden. Der Kunde bekommt von alldem nichts mit. Die Stromversorgung für Haushalte, Gewerbebetriebe und Großkunden wird dann durch Netzumschaltungen gewährleistet.
Von der Netzleitstelle aus wird eine Fläche von 2100 Quadratkilometern überwacht. 5,2 Millionen Kubikmeter Wasser, 3,6 Milliarden Kilowattstunden Erdgas und 1,1 Milliarden Kilowattstunden Strom fließen durch die Leitungen. Dass diese Netze zu den zuverlässigsten bundesweit zählen, bestätigte jetzt auch wieder die Bundesnetzagentur. Darauf ist Diestel stolz: „Unser Versorgungsnetz ist absolut zuverlässig. Dafür investieren wir kontinuierlich.“ Allein in den vergangenen fünf Jahren investierte die Netzgesellschaft rund 40 Millionen Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für Instandhaltung.