Osterode legt bei Übernachtungszahlen zu

Touristiker setzen auf Qualität und neue Gästegruppen

Osterode (bo). 68.848 Übernachtungen im Jahr 2011 weist die jetzt vorliegende amtliche Statistik für Osterode am Harz aus. Damit hat sich die Übernachtungszahl in der Sösestadt im Vergleich zum Vorjahr um gut 3,3 Prozent erhöht. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste liegt konstant bei 2,3 Tagen. Die tatsächlichen Übernachtungszahlen in Osterode am Harz dürften höher liegen. Denn viele der Gästeunterkünfte in der Kreisstadt haben weniger als 10 Betten und werden daher in der amtlichen Statistik gar nicht erfasst. Im Vergleich zu touristischen Zielen wie Bad Harzburg, Goslar oder Wernigerode wirken diese Zahlen gering, im Vergleich zum Gesamtharz hat Osterode am Harz aber eine überdurchschnittliche Steigerung erzielt. „Wir werden uns die Werte im Detail sehr genau ansehen. Dann lassen sich Schlüsse ziehen, wie wir aus der insgesamt positiven Entwicklung der letzten Jahre eine langfristige touristische Ausrichtung gestalten können“, kommentiert Franziska Aulich die Daten. Aulich ist bei der Stadtverwaltung für den Bereich Tourismus und Stadtmarketing verantwortlich.
Leicht zurück ging der Anteil ausländischer Gäste. Mit knapp 17 Prozent ist ihr Anteil aber immer noch erheblich. Nach wie vor ist der Harz und damit auch Osterode am Harz beliebtes Reiseziel von Skandinaviern und Niederländern, sodass diese Quellmärkte auch im Marketing der Stadt mehr Beachtung finden müssen. Im Rathaus setzt man sowohl auf Qualität wie auch auf neue Gästegruppen. So wirbt die Stadt bei den Vermietern für die Klassifizierung der Gästeunterkünfte. „Der Gast verlangt Qualität. Vermieter, die ihre Unterkünfte nach einheitlichen Standards bewerten lassen, haben einen Wettbewerbsvorteil. Sie zeigen nicht nur klar, was der Gast erwarten kann sondern erhalten im Rahmen der Klassifizierung auch Tipps, wie sie mit teilweise geringem Aufwand ihre Einstufung verbessern und damit die Gästezahlen steigern können“, so Franziska Aulich, die wie ihre Kolleginnen Monika Wendt und Heike Fricke für die Klassifizierung nach den Richtlinien des Deutschen Tourismusverbandes ausgebildet ist.
Auf den Motorradtourismus zielt zum Beispiel der 2012 erneut stattfindende Motorradtag, der erstmals privat organisiert und im Rahmen der Veranstaltung „Osterode gibt Gas!“am ersten Mai-Wochenende durchgeführt wird. Er dient nicht dem kurzfristigen Tagesgeschäft, sondern soll den auswärtigen Besuchern zeigen, dass es sich lohnt, wiederzukommen. Als Gewinn für den Tourismus in Osterode am Harz hat sich zunehmend auch der Harzer Hexenstieg entwickelt.
Durch Messeauftritte bei der „Tour Natur“ in Düsseldorf und der „Rad und Outdoor“ in Bremen sollen 2012 gezielt natur- und sportbegeisterte Gäste geworben werden. Auf der Grünen Woche war die Stadt bereits mit dem Harzer Tourismusverband und anderen Partnern vertreten.