Planspiele für ein Seminarhotel in Osterode

Rüdiger Brakel, Direktor der KVHS Osterode, Jon Döring, Bürgerinitiative „Für Osterode“ und Bildungsbereichsleiter Jörg Hüddersen bem Gespräch über die Planung eines möglichen Seminarhotels.

Hotel in Kooperation mit der KVHS / Bürgerinitiative „Für Osterode“ will bei Standortwerbung helfen

Osterode (bo). Bisher gab es bei den Verhandlungen mit Investoren für ein Hotelprojekt in Osterode am Harz eher zurückhaltendes Interesse. Häufiges Argument gegen ein Investment in der Kreisstadt ist die geringe Auslastung in Nebensaisonzeiten. Die Bürgerinitiative „Für Osterode“ möchte bei der Standortwerbung helfen und hält das Konzept eines Seminarhotels für geeignet, die Schwachlastzeiten zu überbrücken. „Ein solches Hotel nahe der Schachtrupp-Villa kann in Kooperation mit der KVHS sinnvoll und wirtschaftlich betrieben werden“, so Jon Döring von der Bürgerinitiative im Gespräch mit Rüdiger Brakel, Direktor der Kreisvolkshochschule (KVHS) Osterode, und Bildungbereichsleiter Jörg Hüddersen.
Hüddersen kann sich gut vorstellen, ein solches Hotel mit Seminarangeboten in den Bereichen IT, Sprachen und Gesundheit zu unterstützen; Konzepte hierfür lägen bereits vor. „Die Kurse unserer Mekom-Samstagsakademie zeigen, dass im Bereich der weiterqualifizierenden Bildung großes Potential steckt. Dieses Erfolgsmodell könnte in ähnlicher Form auch auf das Seminarangebot übertragen und ausgebaut werden“, so Brakel. Ferner schwebt ihm seit Jahre ein Englisch-Angebot zum Thema „Walk Talk“ vor, z.B. als 40-stündiger Sprach-Bildungsurlaub von montags bis freitags, mit vor- bzw. nachgeschalteten Harzwanderungen, auf denen dann ausschließlich Englisch gesprochen wird.
Bildungsurlaubsangebote in Kombination mit Erholungsurlaub im Harz könnten weitere Zielgruppen erschließen und das Hotel auslasten helfen. „Je nach Konzept und Investor könnten auch EU-Fördermittel in Frage kommen, um das Hotel eventuell auch in Eigenregie des Landkreises oder der Stadt Osterode zu realisieren“, sagt Döring, „außerdem könnte man darüber nachdenken, das Hotel als Ausbildungsbetrieb für Gastronomie und Hotellerie zu etablieren. Die Schachtrupp-Villa als Tagungszentrum sowie die Stadthalle könnten für größere Veranstaltungen problemlos angeboten werden.“ Rüdiger Brakel hält ein Volumen von bis zu 1.000 Unterrichtsstunden jährlich für tatsächlich realisierbar. „Prinzipiell ist die Idee einer Kooperation mit einem Seminarhotel eine willkommene Ergänzung mit positiver Außenwirkung für Osterode“, so Brakel.