Polizei setzt auf Prävention an Bushaltestellen

von Maximilian Strache | am 07.09.2010 | 79 mal gelesen | 2 Bilder
Solches Gedrängel an Bushaltestellen ist ein fast alltägliches Bild.
 
Präventionsbeauftragter Volker Hahn unterweist rund 50 Schüler in die Aufgaben eines Bus-Scouts.

Mit der Ausbildung von Bus-Scouts will Polizei Gefahrsituationen vermeiden

Osterode (Sab). Morgens, 7.15 Uhr, an der Bushaltestelle. Der Schulbus kommt, und schon beginnt das Gedrängel. Fast jeder will zuerst im Bus sein, um sich einen der beliebten Sitzplätze zu sichern. Meist sind es die „Großen“ und „Starken“, die sich breitmachen und die „Kleinen“ abdrängen. Für die Kleinsten unter den Schülern bleibt dann meist nur das Nachsehen. Solche Situationen lassen sich fast täglich an den Bushaltestellen im Kreisgebiet beobachten.
Die Gefahren, die von derartigen Situationen ausgehen können, erläuterte Volker Hahn, Präventionsbeauftragter der Polizei Osterode, jüngst vor rund 50 Schulkindern auf dem Parkplatz der Röddenbergschule. So sei zum Beispiel vor einiger Zeit ein kleiner Schüler aus Dorste unter den Bus geschubst worden, dort liegen geblieben und erst im letzten Moment von seinen Mitschülern entdeckt worden. „Man stelle sich mal vor, was passiert wäre, wenn die Situation nicht so glimpflich ausgegangen wäre.“, so Volker Hahn.
Derartige Situationen müssen nicht sein, sondern müssen unbedingt verhindert werden mahnte Volker Hahn die Schüler: „Drängeln am und im Schulbus darf und soll nicht sein, die Folgen können grausam sein.“ Deshalb werde im Landkreis Osterode am Harz auch verschärft auf die Ausbildung und den Einsatz von sogenannten Bus-Scouts gesetzt.
Was zu den Aufgaben eines Bus-Scouts gehört erläuterte Volker Hahn den rund 50 Schülern. Bernd Klapproth, Busfahrer bei der Regionalbus Braunschweig GmbH, ergänzte Hahns Ausführungen mit anschaulichen Beispielen.
Als Bus-Scout, so Volker Hahn, habe man die Gelegenheit, seinen Mitschülerinnen und Mitschülern gegenüber mit gutem Beispiel voranzugehen. Durch sein Verhalten und Auftreten könne man einiges bewegen und für mehr Zivilcourage werben. Mit der Ausbildung und dem Einsatz von Bus-Scouts versprechen sich Hahn und seine Kollegen mehr Sicherheit an den Bushaltestellen. Szenarien, wie das des kleinen Jungen in Dorste, dürfen nicht auftreten.
Die Frage, wie man Bus-Scout wird, beantworteten neben Volker Hahn, auch der jüngst beauftragte Herzberger Gymnasiallehrer Andreas Schärpers und der ZVSN-Verbandsgeschäftsführer Henning Stahlmann. Bus-Scouts, so Volker Hahn, werden in allen Schulen mit Sekundarstufe I im Kreisgebiet eingesetzt und ausgebildet. Die einzige Ausnahme dabei bildet die Samtgemeinde Hattorf. Eigens dafür ausgebildete Trainerinnen und Trainer aus den Reihen der Verkehrsbetriebe und der Polizei vermitteln das theoretische und praktische Wissen. Bus-Scouts würden darüber hinaus als eine Art Vertrauensperson an der Schule tätig werden. Auch auf dieses Aufgabenspektrum werden die zukünftigen Scouts durch umfassende Schulungen vorbereitet. Zu den Aufgaben gehöre es unter anderem, andere durch Gespräche zu überzeugen, an den Bushaltestellen, und auch sonst im Straßenverkehr Rücksicht zu nehmen. Aggressive Auseinandersetzungen mit Körperkontakt seien auf jeden Fall zu vermeiden. Jede Art von Gewalt muss vermieden werden, so der O-Ton der Schulung. Es gehe vielmehr darum, unparteiisch zu überzeugen und Gewalt zu vermeiden.
Als Leitlinien für die Bus-Scouts formulierten Hahn und Stahlmann Sätze wie: „Übernehme Verantwortung, schaue nicht weg“ oder „trete nie allein auf, sondern stets im Team“.
Im Anschluss an die theoretischen Anweisungen mussten die Schüler zwei Fragebögen ausfüllen. Zum einen sollten sie ihre gegenwärtigen Erfahrungen an Bushaltestellen formulieren und zum anderen konkrete Verbesserungsvorschläge geben. Besonders erfreut zeigten sich Hahn und sein Team über die positive Resonanz, die die Schüler über die Aktion abgaben.

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