Roter Faden vermisst

Die großartigen Tänzer halfen nur teilweise über die schwache Inszenierung der „Night of the Dance“ hinweg.

Tänzer der Show „Night of the Dance” konnten nur teilweise über den fehlenden Leitgedanken hinwegtrösten

Viele der Zuschauer hatten wohl etwas anderes erwartet, als sie in die Stadthalle Osterode gekommen waren, um sich die Show „Night oft the Dance“ anzusehen. Die Show trug den Untertitel „Irish Dance reloaded 2015“ und begann großartig im Stil des Irischen Stepptanzes, dem im ersten Teil des Abends immerhin fast eine halbe Stunde gewidmet wurde, ging dann jedoch über in einen nicht zusammenhängenden Rundumschlag verschiedener Epochen, Tanzstile und Musikrichtungen.

Was die Zuschauer besonders begeisterte waren eben genau diese Teile des Abends, die im Stil von „Riverdance“ und „Lord oft he Dance“ präsentiert wurden. Hier sprang der Funke und die Magie des Stepptanzes sofort über, und man konnte nur darüber staunen, wie hoch und mit welcher Ausdauer die Tänzer ihre Beine bewegen konnten. Kleinere Punktabzüge mussten allerdings auch hier vergeben werden, da teilweise die Synchronisation zwischen Bewegung und Musik nicht ganz übereinstimmte.
Begeistert waren die Zuschauer auch von den Tänzen zu der Musik des Films „Dirty Dancing“ und einem Song-Medley von Michael Jackson. Neben „Thriller“ war hier die instrumentale und mit Stepp-Schritten begleitete Version von „Smooth Criminal“ ein Höhepunkt des Abends. Auch die akrobatischen Einlagen der Künstler brachten die Zuschauer zum Staunen, was sich durch großen Beifall ausdrückte. Allerdings war diesem Teil der Veranstaltung vielleicht etwas zu viel Zeit eingeräumt worden, was mitunter dazu führte, dass man sich an ein Turnfestival erinnert fühlte.
Mitunter ganz gut gelungen, in kleinen Teilen aber auch etwas dilettantisch dargeboten, war die Präsentation verschiedener bekannter Filmmelodien wie „Beverly Hills Cop“, „Piraten der Karibik“ und „Star Wars“. Dabei wurde die Bühne und auch die Tänzer in schwarz gehüllt, sodass sich der Blick auf die eingesetzten Neon-Markierungen der Künstler reduzierte und für humorvolle Effekte sorgte.
Zwar bestand das 13-köpfige Ensemble aus hochkarätigen Tänzern, denen auch der Spaß an der Veranstaltung anzusehen war, jedoch fehlte dem Ganzen ein durchgängiger roter Faden. Krasse Szenen- und Atmosphärenwechsel sorgten oft für einen abrupten Bruch im Fluss der Vorstellung, die größtenteils auch nur von den ausgewählten populären Songs lebte und die tänzerischen Einlagen manchmal nur als schmückendes Beiwerk erschienen ließ.
Sehr schade war auch, dass kein Bühnenbild vorhanden war, das die jeweilige Stimmung noch besser transportiert und dem Gezeigten auch mehr Ausdruck verliehen hätte.