Schneller in den Arbeitsmarkt zurückkehren

Die Fallmanager Tim Wiedemann und David Diekmann vermitteln im Rahmen der Grundveranstaltung wichtige Informationen rund um das Arbeitslosengeld II. (Foto: bo)

Jobcenter des Landkreises Osterode startet neues Projekt mit dem Titel „ViA“

Mit dem Projekt „ViA“ (Vermittlung in Arbeit) hat das Jobcenter des Landkreises Osterode am Harz seine siebenjährige Erfahrung im Bereich des SGB II gebündelt und konzeptionell umgesetzt. Jeder, der im Landkreis einen ALG II-Antrag stellt, durchläuft zunächst ViA. Ziel ist ein Clearing mit Kundensteuerung und die zeitnahe Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt.
Fallmanagement, Arbeitgeberservice, Vermittlungszentrum und Projektmanagement arbeiten Hand in Hand nach einem im Jobcenter entwickelten Konzept, welches auf drei Modulen basiert:
Jeden Donnerstag können die Neukunden im Rahmen der Grundveranstaltung zunächst das Jobcenter und das Projekt kennenlernen. Sie bekommen umfangreiche Informationen rund um das Thema Arbeitsaufnahme, Recht, den Ablauf des Projektes sowie über mögliche Unterstützungen durch das Jobcenter. In einem anschließenden Einzelgespräch mit ihrem Fallmanager oder ihrer Fall­man­agerin wird die weitere Zusammenarbeit geplant und werden persönliche Belange besprochen.
Im mehrtägigen Bewerbungscoaching werden Bewerbungsunterlagen überarbeitet und Vorstellungsgespräche trainiert. Bei Bedarf ist zusätzliches Einzelcoaching möglich. Hier arbeitet das Jobcenter mit der Kreisvolkshochschule (KVHS) zusammen, um die Bewerber fit für den Arbeitsmarkt zu machen.
Im dritten Modul durchlaufen die Teilnehmenden eine Stellenbörse. Hier werden zunächst allgemein freie Stellen durch das Vermittlungszentrum und den Arbeitgeberservice vorgestellt. Zusätzlich bieten die Mitarbeiter bewerberorientierte Einzelfallrecherche an. Die Teilnehmer werden aktiv einbezogen, indem sie die Stellen durcharbeiten, deren Passgenauigkeit für sich selbst einschätzen und schriftlich ein persönliches Feedback zu den einzelnen Angeboten geben. Zum Abschluss werden Arbeitgeber geeigneter Stellen mit Hilfe des Arbeitgeberservices direkt angerufen oder passgenaue Bewerbungsunterlagen zu den Stellenangeboten in der KVHS erstellt.
Nach acht Tagen ViA kann für jeden Teilnehmenden ein Profil erstellt werden, das zeigt, ob es sich um einen arbeitsmarktnahen Kunden handelt, ob er/sie Qualifizierungsbedarf hat oder schwerwiegendere Vermittlungshemmnisse wie Drogenkonsum oder fehlender Schulabschluss abgebaut werden müssen. Dementsprechend erfolgt die Zuordnung zu Fallmanagement oder Vermittlungszentrum.
Für Sandra Heinig vom Vermittlungszentrum des Jobcenters sind diejenigen Fälle eine besondere Herausforderung, in denen alles in Ordnung scheint, das Vermittlungsprofil des Kunden jedoch nicht zum Arbeitsmarkt passt. Möglichkeiten sieht sie immer: „Durch Motivation und Flexibilität kann jeder seine Chancen deutlich erhöhen.“