Stadtführung und Informationsheft über die Osteroder Juden

Am 28. Juni 2010 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in Osterode. (Foto: Stadt Osterode/Eder)

Am Dienstag, 9. November, wird der Reichspogromnacht gedacht

Osterode (bo). Alljährlich zum Jahrestag der Reichspogromnacht lädt die Stadt Osterode zu einem Rundgang ein, der an die Geschichte der Juden erinnert. So wird auch in diesem Jahr am Dienstag, 9. November, um 17.30 Uhr, vor der Gedenktafel „Stolpersteine“ in der Aegidienstraße (Durchgang zum Parkplatz Harzkornmagazin) eine Führung über das jüdische Leben in Osterode angeboten.
Seit dem Mittelalter waren in Osterode Juden ansässig. Als Minderheit blieb ihnen bis ins 19. Jahrhundert die Gleichberechtigung mit anderen Bürgern versagt. Trotzdem entfaltete die kleine jüdische Gemeinde in Osterode ein eigenständiges religiöses und kulturelles Leben. Sie unterhielt eine eigene Schule, ein Bethaus (Synagoge) und eigene Friedhöfe. Die jüdische Gemeinde Osterodes wurde von den Nationalsozialisten vernichtet. Der Rundgang führt zu Gebäuden und Plätzen, die an die jüdischen Mitbürger erinnern. Dabei werden unter anderem die Stolpersteine erläutert, die im vergangenen Sommer vor den Wohnhäusern der im Holocaust umgekommenen Osteroder Juden vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt wurden.
Ferner stellt die Stadt Osterode zum 9. November ein neues, von Stadtarchivar Ekkehard Eder verfasstes Informationsheft über die Geschichte der Osteroder Juden und die Verlegung der Stolpersteine vor. Zahlreiche Spender aus der Region haben den Druck dieser Broschüre ermöglicht, die im Rathaus (Fachbereich 2), im Stadtarchiv, im Museum im Ritterhaus, in der Stadtbibliothek sowie in der Touristinformation erhältlich ist.