Stellenzugänge unter Vorjahresniveau

Arbeitsmarkt im September bleibt hinter Erwartungen zurück

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen im September deutlich unter dem August-Ergebnis lag, kommt der Arbeitsmarkt in Südniedersachsen nicht so richtig in Schwung. Das belegen die Zahlen, die die Agentur für Arbeit Göttingen für den zurückliegenden Monat vorstellte.

Danach waren im Agenturbezirk Göttingen 16.465 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sank die Zahl zwar um 600 beziehungsweise 3,5 Prozent. Im Vergleich zum September 2012 waren jedoch 888 beziehungsweise 5,7 Prozent mehr Arbeitslose zu verzeichnen. Die aktuelle Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk Göttingen liegt bei 7,0 Prozent, 0,2 Prozentpunkte unter dem Augustwert. Im September 2012 betrug die Arbeitslosenquote 6,6 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt will in diesem Jahr einfach nicht richtig anziehen“, kommentierte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, die Entwicklung in der Region. Die Zahl der Arbeitslosen sei zwar - wie saisonal üblich – im Vergleich zum August deutlich gesunken. Insbesondere die Zahl jugendlicher Arbeitsloser sei zurückgegangen, da diese sich kurzfristig noch für ein Studium oder eine Ausbildung entschieden hätten. Der Rückgang insgesamt sei jedoch geringer als im Durchschnitt der letzten Jahre. „Zum einen hängt dies sicherlich damit zusammen, dass derzeit weniger Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen, gerade im Bereich der Jobcenter. Zum anderen stagniert aber auch die Nachfrage nach Arbeitskräften“, erklärte der Agenturchef.
Seit Jahresbeginn meldeten die Unternehmen 15 Prozent weniger Stellen. Allerdings zeigen die aktuellen Daten zur Beschäftigungsentwicklung auch, dass in der Region deutlich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen als vor fünf Jahren, vor dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Vergleich zum Dezemberwert 2007 beschäftigten Wirtschaft und Verwaltung in der Region 2012 rund 8.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr. „Weitere zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten allerdings für viele Unternehmen auch neue Investitionen, und in einigen Branchen fehlen derzeit hierfür positive Signale.“
Im September hatten die Arbeitgeber der Region 1.019 Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, davon 864 sozialversicherungspflichtig. Obwohl dies der höchste Stelleneingang im laufenden Jahr war, lag die Zahl dennoch um 325 beziehungsweise 24,2 Prozent unter dem Septemberwert 2012. Seit Jahresbeginn wurden 7.619 Mitarbeitergesuche bei der Arbeitsagentur gemeldet, 1.348 beziehungsweise 15 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Stark nachgefragt sind weiterhin sozialpflegerische Berufe, Fachkräfte aus der Elektrobranche, Köche, Physiotherapeuten und Kraftfahrer.
Zum Beschäftigungsstand im Agenturbezirk Göttingen liegen mittlerweile die Daten für das vierte Quartal 2012 vor. Danach waren in den drei Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode 160.364 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 205 beziehungsweise 0,1 Prozent weniger als im Dezember 2011. Dabei hat sich der Anteil älterer Arbeitnehmer zwischen 50 und 65 Jahren um 1,4 Prozent auf 30,4 Prozent leicht erhöht. Die beschäftigungsstärksten Wirtschaftszweige in der Region sind weiterhin das Verarbeitende Gewerbe (23,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten) und das Gesundheits- und Sozialwesen (19,6 Prozent).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, die aber zum Beispiel im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im September 22.195. Damit lag der Wert mit 145 beziehungsweise 0,7 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Entwicklung im Jahresverlauf

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen verlief in den zurückliegenden Monaten mit den regional üblichen, saisonal bedingten Höhen und Tiefen. Zwischen Februar 2010 und November 2012 wurden aufgrund günstiger konjunktureller Einflüsse konstant die jeweiligen Werte des Vorjahresmonats unterschritten. Seit Dezember letzten Jahres liegt die Zahl der Arbeitslosen wieder über dem Wert des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 5,7 Prozent.