Strom und Gas müssen nicht teurer werden

Verbraucherzentrale gibt Tipps gegen Preiserhöhungen der Energieversorger

Osterode (bo). Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 6. Juni 2012 können Netzbetreiber zukünftig höhere Netznutzungsentgelte verlangen.
„Das Urteil bedeutet aber nicht, dass Energielieferanten automatisch diese höheren Kosten für die Nutzung der Leitungsnetze an die Verbraucher weitergeben können“, sagt Karin Goldbeck, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Für Sondervertragskunden gelten bei Preiserhöhungen zunächst die vertraglichen Vereinbarungen. Das genannte Urteil ist zudem noch nicht rechtskräftig.
Ob höhere Netzentgelte, Erhöhungen der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) oder höhere Beschaffungskosten – eine Begründung für Preiserhöhungen lässt sich schnell finden. „Die Erklärungen der Strom- und Gasanbieter müssen nicht zwingend zutreffend sein“, sagt Karin Goldbeck.
Die Verbraucherzentrale gibt folgende Tipps, wie Verbraucher bei Preiserhöhungen der Energieversorger vorgehen können: Energiekunden sollten Preiserhöhungen grundsätzlich überprüfen oder in der Verbraucherzentrale überprüfen lassen. Achtung: Mitteilungen über Erhöhungen verstecken sich manchmal in Anschreiben der Versorger, die Werbesendungen ähnlich sehen und werden dann nicht gründlich gelesen oder laufen zum Beispiel bei Billiganbietern oft nur auf dem persönlichen Online-Kundenportal des Energiekunden auf.
Sondervertragskunden sollten zunächst ins Kleingedruckte ihres Vertrages schauen und prüfen, was dort zu Preiserhöhungen, Widerspruch und Widerspruchsfristen steht: Läuft der Vertrag zum Beispiel bei Widerspruch zu den alten Konditionen weiter oder besteht ein Sonderkündigungsrecht?

Regelungen bei
Anbieterwechsel

Die Erhöhung kann auch für einen Anbieterwechsel genutzt werden. Vor dem Wechsel gilt, sich ausreichend zu informieren, denn auch bei sogenannten „Preisgarantien“ des möglichen neuen Energieversorgers kann zum Beispiel die Weitergabe von höheren Preisen beim Netzentgelt zulässig sein.
Beratung zum Thema Energierecht gibt es in den Beratungsstellen oder auch am Verbrauchertelefon: montags von 16 bis 17 Uhr und dienstags von 12 bis 13 Uhr unter (0900) 1 7979-08 (für 1,50 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz - Mobilfunkpreise abweichend).
Informationsmaterial zum Strom- und Gasanbieterwechsel ist in der Osteroder Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Rollberg 3 kostenlos erhältlich oder kann unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/ flyer heruntergeladen werden.