Til Schweiger will „Vorzeige-Flüchtlingsheim” bauen

Die Einrichtung in der Osteroder Rommel-Kaserne soll von der Princes of Finkenwerder betrieben werden

Der Schauspieler Til Schweiger will sich persönlich in der Flüchtlingshilfe engagieren und in der Osteroder Rommel-Kaserne eine vorbildliche Unterkunft bauen. „Ich werde mit Freunden zusammen ein Flüchtlingsheim aufbauen”, sagte der Filmstar der „Bild am Sonntag”.

Bereits Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Kaserne gekauft. „Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen”, so Schweiger.
Bereits im Juni wollte das Land Niedersachsen in der Kaserne eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen. Bisher sind die Verträge mit dem Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, jedoch nach Angaben des Innenministeriums noch nicht unterschrieben.
Osterodes Bürgermeister Klaus Becker erhielt vergangenen Sonntag einen überraschenden Anruf von Wolfgang Koch, Geschäftsführer der Princess of Finkenwerder, in dem dieser die Zusammenarbeit mit Schweiger bestätigt habe. Der Vertrag zwischen Schweiger und der Princess sei auf Nachfrage des Seesener „Beobachter” bereits unterschrieben.
Der Aufbau einer Aufnahmeeinrichtung soll angeblich mit Mitteln aus einer Schweiger-Stiftung unterstützt werden. „Ein solches Vorzeigeprojekt mit besonderen Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner kann das Land nicht alleine finanzieren. Deshalb begrüße ich dieses Sponsoring von Til Schweiger natürlich sehr”, sagte Becker. Der Bürgermeister hofft nun, dass das Projekt endlich anläuft. „Es müssen sich alle an einen Tisch setzen und das Ding so schnell es geht aufbauen”, so Becker.
Die Bürgerinitiative für Osterode (BI) und die evangelische Kirche hatten dagegen erhebliche Bedenken gegenüber der Princess of Finkenwerder geäußert. Sie sei keine Non-Profit-Organisation sondern ein gewinnorientierter Betreiber. Deshalb sorge sich die Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität. Aufregung lösten auch Informationen aus (der „Beobachter” berichtete), denen zufolge ein Geschäftspartner des Unternehmens in der internationalen Sicherheitsbranche tätig sein soll – auch in Kriesengebieten. Unter anderem der Linken-Kreistagsabgeordnete Frank Kosching hatte diesen Zusammenhang stark kritisiert.
Schweiger sprach jetzt von konkreten Ideen: In dem Heim solle es eine Sportanlage, Werkstätten, eine Näherei und Angebote für Kinder geben. „Ich habe früher immer mit meiner Rolle als Schauspieler gehadert: Ich mache ja nur Faxen vor der Kamera und kriege dafür auch noch Geld. Jeder Polizist, jeder Soldat, jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft. Ich vermiete nur mein Gesicht”, so Schweiger zu seiner Motivation. Erst mit seiner Funktion als Regisseur habe er das Gefühl, dass er etwas geschaffen habe, das gesellschaftliche Relevanz habe. „Jetzt schaffe ich etwas viel Relevanteres.” In sozialen Netzwerken hatte sich der Schauspieler erst kürzlich für Flüchtlinge starkgemacht und mit scharfer Zunge auf teilweise rassistische Kommentare seiner Fans reagiert.