Von der Musik inspiriert

Ausschnitt aus dem „Blumenwalzer“ mit dem jungen Nussknacker (Kaja Strüver), Dornröschen (Valerie Rausch) und Franziska Lagg als Zuckerfee (von links).

Ballettnachmittag in der Stadthalle Osterode: Studio Lowin löst bei Zuschauern große Begeisterung aus

Ist es möglich, die beiden berühmten Ballettstücke „Dornröschen“ und „Nussknacker“ zu einem neuen Ballett-Märchen zu verknüpfen und von jungen Elevinnen ab vier Jahren auf der „großen Bühne“ tänzerisch darzustellen? Das Ballettstudio Lowin lieferte auf diese Frage beim jährlichen Ballettnachmittag in der Stadthalle eine überzeugende Antwort und löste bei den vielen Zuschauern große Begeisterung aus.
Inspiriert von der wunderschönen Musik der Ballette „Dornröschen“ und „Nussknacker“ hatten Ballettstudio-Inhaberin Britta Lowin und ihre Mitarbeiterin Johanna Elstrodt eine neue ideenreiche Handlung und ebenso kreative Choreografien entwickelt. So treffen viele Gäste, darunter auch die Feen, zum Tauffest von Dornröschen ein. Leider wurde eine Fee vergessen. Außer sich vor Wut erscheint sie dennoch und wünscht Dornröschen, dass sie sich an Nadeln stechen und sterben würde.
Die Fliederfee schenkt Dornröschen als Glücksbringer einen Nussknacker. Als sie den viele Jahre später bei einem ihrer Geburtstagsfeste vergisst, sticht sie sich an den Nadeln. Sie und ihre Gäste fallen in tiefen Schlaf. Dornröschen träumt, dass der Nussknacker lebendig wird und mit ihr ins Land der Zuckerfee tanzt. Der möchte dort auch bleiben, während es sie wieder ins Schloss zieht. Nach 100 Jahren erweckt die Fliederfee sämtliche Schläfer, und es gibt auch für Dornröschen und den Nussknacker ein Happy-End.
Ein neues Ballettmärchen also, in dem Pagen, Hofdamen, Perlenkinder, Schmetterlinge, Fledermäuse, Stickerinnen, Schlittschuhläufer und viele andere Akteure tänzerisch in Erscheinung traten. Auch Chinesen und Russen schauten vorbei. Und selbst Rohrflöten und eine Rosenhecke wurden choreografisch dargestellt. Britta Lowin gelang wieder der Kunstgriff, ganz junge Tänzerinnen und absolute Neulinge aus den Schulstandorten Osterode, Herzberg, Bad Lauterberg und Bad Sachsa mit langjährigen erfahrenen Elevinnen in gemeinsame Choreografien einzubinden. Eine Konzeption, die nicht nur bei den Beteiligten, sondern auch beim Publikum sehr gut ankommt.
Besonderen Beifall und Dank gab es für die Solisten, wobei Michelle Winkler die Besucher als Ballerina förmlich verzauberte. Aber auch die weiteren Solo-Parts wurden überzeugend präsentiert: Dornröschen (Valerie Rausch), Jüngerer Nussknacker (Kaja Strüver), älterer Nussknacker (Michelle Winkler), Fliederfee (Johann Elstrodt), Rosenfee (Juliana Maak), Perlenfee (Sarah Eckstein), Singvogelfee (Regina Reiner), Goldfee (Marieke Fischer), Waldfee (Joylana Fautz), Böse Fee-Carabosse (Michaela Stegmaier), Zuckerfee (Franziska Lagg), König und Königin (Tim Bornkessel und Nadja Nikolai).
Wichtige Komponenten des jährlichen großen Erfolgs sind aber auch die stets phantasievollen und sorgsam ausgewählten Kostüme, die Masken und Frisuren für alle Tänzerinnen (Silke Pusecker, Salon Schnittpunkt, Nienstedt, Inga Koecher, Manuela Becker und Alicia Jüppner). Für die Ausleuchtung und Technik war wiederum Jan-Martin Strippelmann verantwortlich.