Von tiefen Falten und unlösbaren Knoten

Gerhard Häfner zusammen mit den Künstlern, welche zu „Falten und Knoten“ ausgestellt haben.

Noch bis Freitag sind Falten und Knoten in den unterschiedlichsten Varianten im Ratssaal Osterode zu sehen

Wer bis Freitag die Möglichkeit nutzt, und sich die Jubiläumsausstellung der Interessengemeinschaft Kunstkreis Osterode im Ratssaal im Kornmagazin in Osterode anschaut, der wird Falten und Knoten in den unterschiedlichsten Varianten sehen.

Denn, weil der Kunstkreis vor 25 Jahren von Gerhard Häfner aus einer Idee heraus entstanden ist, präsentieren neun Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten der zumeist letzten zwei Jahre. Die Ausstellung hat am heutigen Mittwoch von 10 bis 12 und von 14 bis 16.30 Uhr, am Donnerstag von 10 bis 12 und von 14 bis 17.30 Uhr sowie am Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
Zur Jubiläumsausstellungseröffnung am Montagabend hieß Häfner alle aufs Herzlichste willkommen und lud zu einer kurzen Reise in die Entstehungsgeschichte des Kunstkreises ein. Die Idee sei 1988 gewesen, junge Künstler nach Osterode einzuladen, um sich hier mit ihren Werken vorzustellen. Inzwischen sei es aber schwer geworden, Nachwuchskünstler zu finden, welche dieses Angebot annehmen. Es gebe sicherlich vielerlei Gründe, warum die Kreisstadt nicht attraktiv genug ist.
Aus dem Grunde habe man sich entschlossen, selbst zum klassischen Kunsthochschul-Thema „Falten und Knoten“ auszustellen. Jeder könne sich davon überzeugen, ob es gelungen ist, dieses Thema entsprechend umzusetzen. Zu sehen sind Arbeiten in verschiedenen Techniken, wie Ton und Metallplastiken, Grafik, Malerei und Fotografie.
Abschließend ging der Vorsitzende auf die ausgestellten Arbeiten ein. Monika Bade präsentiert Acrylfarben und eingearbeitete Materialien bis hin zu einer Metallplastik mit Steinsockel. Klaudia Balkwitz wiederum hat sich zeichnerisch und malerisch mit dem Ausstellungs-Thema auseinandergesetzt.
Die Federzeichnungen von Ute Elbers ergeben surreale Räume und Verbindungen, also auch Falten und Knoten. Cordula Gaebel hat eine Radierung in eine Collage umgewandelt und entsprechende Knoten aus Ton hergestellt.
Jürgen Kleemann hat das Haar einer Frau zu einem schwungvollen Knoten zusammengefügt und dies in einer Federzeichnung festgehalten. Susanne Lorek wirbelte dahingegen in freier Gestaltung mit Pinsel und Farbe Knotenverbindungen auf die Leinwand, um diese mit Textfragmenten zu verbinden.
Michael Raab hat sich unter anderem der Fotografie gewidmet, Gisela Vockenroth die bildnerische Darstellung mit der Plastischem verbunden. Christina Wilch hat in einer Kohlezeichnung die Lederjacke ihres Mannes mit allen Falten festgehalten, das Objekt war übrigens mit Träger zugegen.
Unter den Gästen war auch Osterodes stellvertretender Bürgermeister Harald Renz, der versicherte, dass die Stadt immer wieder den Ratssaal für derartige Ausstellungen zur Verfügung stelle. Und das Thema dieser Jubiläumsausstellung zeige doch, wie verbunden die Künstler miteinander seien. Denn Falten und Knoten täten dies auch. Und er hoffe, dass die Falten noch tiefer werden und die Knoten sich nicht lösen mögen.
Aber auch die stellvertretende Vorsitzende, Klaudia Balkwitz, ließ es sich nicht nehmen, insbesondere Gerhard Häfner für die 25 Jahre Kunstkreis zu danken. Er habe immerhin in all diesen Jahren die Osteroder-Kunstszene mit seinem Engagement bereichert. In etwa 320 praktischen Abenden hätten alle die verschiedensten Techniken von dem Kunsterzieher des Tilmann-Riemenschneider Gymnasium, der jetzt im Ruhestand ist, erlernt. Die reichten von Zeichnungen über Perspektive, Aquarell und Acrylmalerei, bis hin zum Linolschnitt, zu Radierungen und zum Töpfern. Demnächst soll Pastellmalerei in Angriff genommen werden. Wer übrigens mal in eine Unterrichtsstunde reinschnuppern möchte, der sollte sich an einem der beiden letzten Donnerstage eines Monats pünktlich um 19 Uhr vor dem Haupteingang des Tilman-Riemenschneider Gymnasiums einfinden.
Als kleines Dankeschön überreichte sie im Namen aller Mitglieder dem Hobbykoch, der als frischgebackener Pensionär nicht mehr viel Zeit haben werde, einen Gutschein für einen Restaurantbesuch.
Im Anschluss wurden bei einigen Gaumenfreuden noch kulturelle Gespräche geführt, welche von Pauline Wilch am elektronischen Klavier untermalt wurden.