Wärmste Naturorte Norddeutschlands finden sich im Harz

Osterode (epd). Die wärmsten Naturorte Norddeutschlands sind im Winter im Harz zu finden. Trotz Minustemperaturen draußen herrschen etwa in der Einhornhöhle bei Scharzfeld bei Osterode beinahe frühlingshafte acht bis neun Grad plus. „Wir haben das ganze Jahr über gleichmäßige Temperaturen“, sagte Ralf Nielbock, Geologe und Betreiber der Höhle, am Montag dem Evangelischen Pressedienst. Auch in den anderen beiden zurzeit geöffneten Harzer Höhlen, der Iberger Tropfsteinhöhle in Bad Grund und den Rübeländer Tropfsteinhöhlen bei Elbingerode, sind die Temperaturen nach eigenen Angaben ähnlich.
Das milde Klima gefällt nicht nur wintermüden Menschen, sondern auch einigen Tierarten: den so genannten Winterschläfern wie den Fledermäusen. „Wir schätzen ihre Zahl in der Einhornhöhle auf mehrere Hundert“, sagte Nielbock. Besucher könnten einige Tiere an den Wänden über Kopf hängend
„mit gebührendem Abstand“ beim Schlafen beobachten.
„Die meisten Fledermausarten brauchen zum Überwintern eine Temperatur von zwei bis acht Grad über Null“, sagte Friedhard Knolle, Geologe und Sprecher des Nationalparks Harz. Die Harzer Höhlen seien auch die Heimat der seltenen Nordfledermäuse, die im Harz besonders verbreitet seien. „Sie vertragen auch Temperaturen unter zwei Grad, nur frieren darf es nicht.“
In den Schaubergwerken im Harz wie dem Rammelsberg bei Goslar ist es den Angaben zufolge sogar noch wärmer. „Allerdings sind diese Orte von Menschen geschaffen und daher streng genommen keine Naturorte“, so Knolle.