Weniger Menschen im Kreis beziehen „Hartz IV“

Zwar heißt „Hartz IV“ inzwischen SGB-II. Rückläufig sind die Zahlen bei den Leistungsempfängern trotzdem, egal welchen Namen das Kind trägt.

Arbeitslosenquote und SGB II-Bezug rückläufig / Projekt „Kinder – Bildung – Zukunft“

Osterode (bo). Das Jobcenter der Kreisverwaltung meldet zur aktuellen Arbeitsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit für den Monat Mai erneut weniger Menschen im Leistungsbezug des SGB II („Hartz IV“). Erster Kreisrat Gero Geißlreiter weist darauf hin, dass im Vergleich zum Vorjahresmonat die Zahl der Leistungsberechtigten im Landkreis Osterode am Harz am stärksten gesunken sei. Zwar sei auch in den Nachbarlandkreisen in Südniedersachsen die Zahl zurückgegangen, jedoch nicht in dem Umfang wie im Landkreis Osterode am Harz. Mit einem Rückgang von 7,4 % sei das Ergebnis im Jahresvergleich für den Landkreis Osterode deutlich besser als für den Landkreis Göttingen mit minus 6,7 Prozent, den Landkreis Northeim mit minus 6,8 Prozent und den Landkreis Goslar mit nur minus 5,4 Prozent.
Fachbereichsleiter Holger Ahrens ergänzt in diesem Zusammenhang, dass bei einer weiteren Betrachtung der SGB II-Statistik für den Landkreis Osterode am Harz der erfreuliche Rückgang bei der Zahl der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen auffalle. Hier seien es gegenüber dem Vorjahr rund 9 Prozent weniger und im Landkreis Göttingen sogar 46 Prozent weniger. In den Landkreisen Northeim und Goslar habe die Zahl dagegen zugenommen – beim Landkreis Northeim um 19 Prozent und beim Landkreis Goslar um 2 Prozent. Die in den Landkreisen Osterode am Harz und Göttingen wesentlich bessere Entwicklung im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit weist Ahrens den Vorteilen der kommunalen Trägerschaft bei den Jobcentern zu und erklärt: „Ich gehe davon aus, dass der kommunale Einfluss in den als gemeinsame Einrichtungen mit der Agentur für Arbeit betriebenen Jobcenter der Landkreise Northeim und Goslar geringer sein dürfte. Die örtliche Arbeitsmarktpolitik und -strategie wird in den kommunalen Jobcentern, wie in Osterode und Göttingen, im Regelfall besser im Sinne und im Interesse der jeweiligen Landkreise gesteuert werden können. Das schließt allerdings nicht aus, dass es unterschiedliche Prioritäten und Schwerpunkte geben kann und so auch unterschiedliche Erfolge in beiden Arten von Einrichtungen erzielt werden können“. Ahrens betont dabei, dass das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit ein solches von grundsätzlicher Bedeutung sein sollte.
Der Fachbereichsleiter weist abschließend auf das Projekt „Kinder-Bildung-Zukunft – KiBiZ“ des Landkreises Osterode am Harz hin. Damit seien die Weichen für eine langfristig angelegte und nachhaltig wirkende Maßnahme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit gestellt, die nach der Projektkonzeption auch das Ziel habe, für möglichst alle Kinder aus Familien im SGB II-Bezug die Chancen für einen erfolgreichen Start in das Erwerbs- und Berufsleben zu eröffnen.