Mengenangaben auf Lebensmitteln sind undeutlich

Wie viele Nüsse der beliebte Nuss-Nougat-Aufstrich wirklich hat, muss auf der Verpackung stehen. Die Erwartungen der Verbraucher werden aber meist enttäuscht (Foto: bo)

Vollmundig beworbene Inhaltsstoffe machen meist eher geringen Anteil aus

Osterode (bo). Wie viele Nüsse enthält das Nussdessert? Besteht die Geflügelsalami überhaupt zum größten Teil aus Geflügelfleisch? Und welcher Heringssalat enthält am meisten Hering? Seit nunmehr zehn Jahren soll eine Verpflichtung zur Mengenkennzeichnung Licht ins Dunkel bringen. Die Prozentangaben im Kleingedruckten helfen nicht immer weiter oder fehlen. „Klare Mengenangaben sollten immer auf der Vorderseite der Packung stehen“, fordert Hedi Grunewald von der Verbraucherzentrale.
Seit langem müssen alle Zutaten in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteils in der Zutatenliste aufgelistet werden, nicht jedoch, wie viel von den einzelnen Bestandteilen verwendet wurde. QUID heißt daher die Verpflichtung zur Quantitativen Inhalts-Deklaration. Die Regelung bestimmt, dass bei zusammengesetzten Lebensmitteln die Menge der zugesetzten wertgebenden beziehungsweise kaufentscheidenden Bestandteile anzugeben sind, wenn die Zutat im Produktnamen genannt ist, wie Schinken auf der Schinkenpizza, oder die Zutat besonders hervorgehoben wird, zum Beispiel durch Bilder oder Hinweise, wie der Milchanteil bei dem Hinweis „mit viel Milch“ oder der Verbraucher mit der Verkehrsbezeichnung bestimmte Zutaten in Verbindung bringt, wie die Früchte bei Roter Grütze.
Ein Blick auf diese Prozentangabe offenbart häufig, dass die tatsächlichen Mengenanteile der oft vollmundig beworbenen Inhaltsstoffe weit unter den Erwartungen der Käufer liegen.
Wegen der großzügigen Ausnahmen suchen Verbraucher die Mengenangabe oft vergeblich, kritisiert die Lebensmittelexpertin Hedi Grunewald. So muss eine mengenmäßige Kennzeichnung trotz Nennung im Produktnamen nicht erfolgen, wenn der Hersteller diese Zutat nicht für kaufentscheidend hält, beispielsweise Milch im Milchreis. Keine zusätzliche Anteilskennzeichnung erfolgt, wenn schon ein Abtropfgewicht wie bei Obstkonserven anzugeben ist oder die Zutat nur in kleinen Mengen zur Geschmacksabrundung verwendet wurde, zum Beispiel Aroma.