Eine Volkskrankheit und ihre Folgen

Die Landfrauen Lutter hörten einen interessanten Vortrag zum Thema Diabetes.

Landfrauen hören Vortrag zum Thema Diabetes / Geeigneter Lebenswandel kann Risiko minimieren

Großen Zuspruch erfuhr die Monatsversammlung der Lutteraner Landfrauen am Montag. Rund 50 Teilnehmerinnen hatten sich im großen Saal am Nachmittag im Dorfkrug Ostlutter versammelt.

Als Referenten konnten die Landfrauen um ihre Vorsitzende Renate Geldmacher-Ternedde Dr. Torben Raeth begrüßen. Der Apotheker aus Salzgitter-Ringelheim hielt einen informativen Vortrag über die „Volkskrankheit Diabetes und ihre Folgen für den Alltag“.
In seinen Ausführungen erklärte Dr. Raeth, dass rund sieben Millionen Menschen im Alter zwischen 25 und 85 Jahren in der Bundesrepublik von der Zuckerkrankheit betroffen sind. Hinzu kommen vermutlich noch bis zu vier Millionen Menschen, deren Diabetes noch nicht diagnostiziert wurde.
Die Mediziner unterscheiden zwei Typen der Krankheit. Bei der so genannten „Diabetes mellitus Typ 2“ handelt es sich um eine der häufigsten Volkskrankheiten überhaupt. Rund 90 Prozent aller Diabetes-Patienten leiden unter Typ 2.
Es ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt. Dies kann langfristig zur Schädigung der Blutgefäße und Nerven führen, was letztlich zahlreiche Organprobleme zur Folge hat. Menschen, die unter Typ-2-Diabetes leiden sind nicht selten von Folgekrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche, Netzhautschäden oder Erektionsstörungen betroffen.
Bei der Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine „Autoimmunkrankheit“ von der in Deutschland rund 400.000 Menschen betroffen sind, wie Dr. Torben Raeth ausführte. Die Krankheit führt dazu, dass das körpereigene Immunsystem, welches in erster Linie der Abwehr krankheitserregender Keime dient, sich aus bislang unbekannten Gründen gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört. Patienten, die unter Typ-1-Diabetes leiden, müssen sich Insulin zuführen, meist mit einer Spritze. Blutzuckertests gehören zum Alltag.
Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist der Typ 2 nicht Folge eines Insulinmangels, sondern einer Insulinresistenz. Die Zellen sprechen einfach nicht mehr ausreichend auf Insulin an, so dass das Hormon den Zucker nicht in die Zellen befördern kann. Die Bauchspeicheldrüse produziert aufgrund des steigenden Blutzuckerspielgels immer größere Mengen Insulin um für einen Ausgleich zu sorgen. Reicht auch das nicht mehr aus, um die Insulinresistenz zu überwinden, entwickelt sich ein Typ-2-Diabetes. Die Hauptursachen für diese chronische Krankheit liegen neben einer erblichen Veranlagung an Übergewicht und Bewegungsmangel.
Um der Entstehung einer Typ-2-Diabetes entgegenzuwirken beziehungsweise mit den Folgen leben zu können empfiehlt Apotheker Raeth regelmäßige Bewegung und eine Umstellung der Ernährung. Auch Tabletten können helfen. So gibt es beispielsweise Arzneien, die die Insulinwirkung verbessern oder die Insulinausschüttung anregen.
Grundsätzlich ist die steigende Zahl der Menschen, die an Typ-2-Diabetes leiden auf unausgewogene Ernährung zurückzuführen. Zu fettige oder zuckerhaltige Lebensmittel steigern das Risiko einer Erkrankung enorm. Gepaart mit mangelnder Bewegung kann sich daraus schnell ein schweres Leiden mit unangenehmen Folgen für den Alltag entwickeln.
Aus diesem Grund rät Dr. Torben Raeth das eigene Bewegungs- und Ernährungsverhalten kritisch zu reflektieren und den persönlichen Lebenswandel anzupassen.