Arme fliegen in die Höhe

Andreas Koschig (links) wies auf die Zivilcourage-Kampagne hin.
 
Begeistert klatschten die Mädchen und Jungen der Grundschule Rhüden im Rhythmus mit.

Workshop des Niedersächsischen Polizeiorchesters in der Grundschule Rhüden

„Cool! Das kenne ich!“ Dieser Aufschrei ertönte mehrfach, als das Niedersächsische Polizeiorchester am Donnerstagvormittag bei der Grundschule Rhüden zu Gast war.

Pünktlich erklang zur musikalischen Begrüßung der etwa 80 Dritt- und Viertklässler die Titelmusik aus der „Sendung mit der Maus“ in der ehemaligen katholischen Kirche Rhüden, die der Musikverein freundlicherweise für diesen Anlass zur Verfügung gestellt hatte.
Schulleiter Burkhard Strübig begrüßte das Niedersächsische Polizeiorchester, das mit diesem Workshop einen Einblick in die Orchesterarbeit geben würde und dankte den engagierten Helferinnen des Förderkreis der Grundschule, die bereits im Vorfeld die Musiker und Musikerinnen bewirtet hatten.
Die Moderation übernahm dann Leo Krenz, der das Orchester aus Hannover mit seinem Dirigenten Thomas Boger vorstellte. Niedersachsenweit absolviert das Orchester jährlich etwa einhundert Konzerte, sowie fünfundzwanzig Workshops an (Grund-) Schulen. Schnell wurden noch die Präventionsspezialisten Andreas Koschig und Lothar Niemann aus Goslar begrüßt, dann durfte das Orchester sich präsentieren.

Von Peter und der Wolf bis hin zu Pippi Langstrumpf

Nachvollziehbar für die aufmerksamen Grundschüler wurden zunächst die Holzbläser vorgestellt. Beginnend mit der kleinsten Querflöte wurden der Reihe nach Oboen, Klarinetten und Saxofone solistisch oder in kleinen Ensembles klanglich vorgeführt. Der Melodienreigen bewegte sich von barocken Klängen über Opernmusik von George Bizet sowie die „Ente“ aus „Peter und der Wolf“ bis hin zu „Bruder Jakob“ und der Titelmelodie von Pippi Langstrumpf.
Stets durften die Kinder sich melden, wenn sie eine Melodie erkannt hatten, als Lohn winkte jedes Mal ein schicker Aufkleber der Polizei. Die Antworten kamen sehr schnell und zahlreich, so dass die verteilenden Beamten flink durch den Saal flitzen mussten. Nur „Take Five“ von Dave Brubeck kannten die Kinder nicht, dafür sah man den Schulleiter begeistert mitwippen. Spontan gab es auch ein überraschendes Geburtstagsständchen für eine der anwesenden Schülerinnen – deren Onkel Mitglied des Orchesters ist.
Bei der Vorführung der Blechblasinstrumente gab es für die Schüler kein Halten mehr: Trompete (mit zahlreichen unterschiedlichen Dämpfern), Flügelhorn, Hörner, Tuba und Posaunen kamen daher mit Melodien von Queen, Michael Jackson und Filmmusiken aus „Indiana Jones“, „Wickie und die starken Männer“, „Harry Potter“, „Dschungelbuch“ und „Der König der Löwen“. Arme flogen in die Höhe, die Sitzflächen der Stühle kühlten aus.
Die musizierenden Kollegen erhielten eine kleine Pause, als Andreas Koschig auf die Aktion „Zivilcourage“ hinwies, die gemeinsam mit vielen Prominenten und bekannten Gesichtern aus der Region mit Flyern und Plakaten Mut machen will, in Gefahrensituationen die Initiative zu ergreifen und (wenigstens) die Notrufnummer „110“ zu wählen. Lothar Niemann, ein weiterer Präventionsspezialist aus Goslar, veranschaulichte den Schulkindern Situationen, in denen sie mit einem 110-Anruf von ihrem Handy sogar kostenlos die Polizei und somit Hilfe herbeirufen können.
Um dieses Thema zu vertiefen, gab es eine dicke Arbeitsmappe als Geschenk an die Schule, des Weiteren wird im Verlauf des Schuljahres ein Workshop zu dem Thema in der Schule stattfinden.
Zum „Abrocken“ legte sich das Orchester im Anschluss noch einmal richtig ins Zeug: es erklangen zwei Märsche von Beethoven (auch zu hören auf „Benjamin Blümchen“-Cassetten) und in rasantem Tempo aus Bizets Oper „Carmen“, außerdem das bekannte „Manamana“ aus der Sesamstraße. Die Kinder konnten jedoch nicht nur mittanzen, sondern bei dem anschließenden Percussionsstück auch selber mitspielen: vierzehn Jungen und Mädchen trommelten und rasselten begeistert mit dem und manchmal auch gegen das Orchester. Den Abschluss bildete ein eher gefühlvolles Stück, das die Weichheit des sinfonischen Blasorchesterklangs noch einmal schön betonte.
In die abschließenden Dankesworte des Schulleiters Strübig mischten sich die ersten Zugabe-Rufe und so erklang zum Schluss ein schmissiger Glenn-Miller-Titel.

Polizeiorchester kommt noch einmal nach Rhüden

Das Niedersächsische Polizeiorchester wird noch einmal nach Rhüden kommen, wenn es in der Turnhalle Rhüden am Freitag, 14. März, um 19 Uhr ein Konzert geben wird. Hierzu sind nicht nur die Grundschüler eingeladen, die zu dem Konzert freien Eintritt haben, sondern alle daran Interessierten. Die Karten kosten zehn Euro im Vorverkauf (beim Frechdachs in Rhüden und Seesen, bei der Braunschweigischen Landessparkasse Rhüden und in der Grundschule Rhüden), zwölf Euro an der Abendkasse. Der Erlös aus dem Konzert geht an den Förderkreis der Grundschule Rhüden.