Bunter Melodienstrauß zum Jubiläumsauftakt

Konzertierte: der Musikverein Rhüden von 1901. (Foto: Koch)
 
Katharina Kurzawa - hier mit Dirigent Otto Koppe begeisterte mit Melodien aus „My Fair Lady“. (Foto: Koch)

Musikverein Rhüden von 1901 begeistert / Katharina Kurzawa brilliert mit „My Fair Lady“-Melodien

Rund 180 Besucher waren am vergangenen Sonntag der Einladung von Karl-Heinz Flügge und seinen Vorstandsmitstreitern in das Vereinsheim an der Maschstraße gefolgt, um bei Kaffee und Kuchen einen bunten Blumenstrauß aus ausgewählten Melodien zum Auftakt des 110-jährigen Jubiläums des Musikvereins Rhüden von 1901 zu genießen.

Rhüden (JK). Und das bei bestem Festwetter. Pünktlich um 15 Uhr konnte Karl-Heinz Flügge die Gäste in der voll besetzten Festhalle begrüßen. Die hervorragend gute Laune der Anwesenden wirkte sich auf den sensiblen Musikus sofort aus, denn seine Ansprache spiegelte den spürbar heraufziehenden Frühling unmittelbar wider. Wer Karl-Heinz Flügge näher kennt, weiß, dass er bei der Vorbereitung derartiger Veranstaltungen äußerst akribisch vorgeht und nichts anbrennen lässt. Dazu gehört auch die Bereitstellung der nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Daher begrüßte er nicht nur Ortsbürgermeisterin Irene Pülm auf das herzlichste, sondern auch die Mannen der Rhüdener Ortsfeuerwehr sowie Hartmut Bobon und Stefan Schrader von der Bereitschaft des DRK. Natürlich hob er auch die ehrenamtlichen Helfer/-innen besonders hervor, darunter die Damen aus dem Verein, die für leckeren Kaffee und Kuchen sowie für deren Ausgabe gesorgt hatten. Aber die selbstauferlegte Präzision zwang Vorsitzenden Flügge noch zu zwei weiteren Amtshandlungen, die er allerdings ebenso auch gern ausübte. Zunächst hob er auf den Geburtstag des Dirigenten Olaf Normann ab, der zwei Tage zuvor sein Wiegenfest begehen konnte. Und das jüngste Mitglied des gewaltigen Klangkörpers bedachte er mit herzlichen Glückwünschen, da sie am Veranstaltungstag ihre Geburtstagsfeier opferte, um bei dem Konzert ja nur nicht zu fehlen. Dann hätte das Konzert eigentlich schon angeblasen werden können, wäre da nicht noch ein kleines, aber wichtiges Detail gewesen, über das Flügge nicht hinwegsehen mochte: Otto Koppe, seines Zeichens langjähriger Dirigent, saß wie selbstverständlich fröhlich lächelnd mitten im Klangkörper. Diesen Umstand bedachte Karl-Heinz Flügge mit einem extra eingeflochtenen Dank. Doch dann entfaltete der Musikverein die ganze sonore Wucht und individuelle Klasse seines bekanntermaßen sehr breit aufgestellten Programms zwischen Film, Musical und Operette. In zwei Halbzeiten von jeweils einer Dreiviertelstunde, unterbrochen durch eine 15-minütige Pause, folgten Stücke wie die Filmmusik aus dem Film „Das Wunderland bei Nacht“, weltbekannte Musical-Melodien, das „Darf ich bitten“ aus der Csárdás-Fürstin und die beliebte Melodie aus der „Brücke am Kwai“. Ein glanzvoller Höhepunkt der ersten Halbzeit war ganz sicher der absolut professionelle Beitrag von Katharina Kurzawa. Mit dem Mikrophon und dem Publikum schmusend, trug sie die weltweit beliebten Melodien aus dem Musical „My Fair Lady“ vor. Dabei hielt es Otto Koppe nicht länger auf seinem Platz in der zweiten Musikerriege. Er ergriff den Taktstock und begann, mit der Rektorin der Kurt-Klay-Schule Lutter zu flirten. Hierbei bezog er auch das Publikum mit der ihm eigenen charmanten Art aktiv mit ein. – Die Pause wurde passend mit dem Stück „Tritsch-Tratsch-Polka“ aus der Feder des österreichischen Kapellmeisters und Komponisten Johann Strauss eingeleitet. Seinerzeit hatte der Maestro das Stück aus dem Eindruck klönender Damen auf dem Wochenmarkt komponiert. Ein passender Auftakt also für die quirligen Tischgespräche, die vermutlich mit manchem Dorfgespräch ausgefüllt sein dürften. In Halbzeit zwei ging das Spiel wiederum zugunsten des brillanten Publikums aus, denn die Rhüdener/-innen verlangten – trotz leichter Zeitüberschreitungen – dennoch, was sie gerade mal fünf Euro eingekauft hatten: Zugaben! Und diese bekamen sie dann auch.