CDU/FDP: „Es darf keine Zeit mehr verschwendet werden!“

Am Beispiel „seiner“ Überflutung erläuterte Magnus Hirschfeld die Situation vor Ort.

Rudolf Götz betont: „Die Menschen verlangen beim Hochwasser schnelle Lösungen!“

Die CDU/FDP-Gruppe in Rhüden traf sich in der vergangenen Woche im Therapiezentrum Hirschfeld in Rhüden. Stefanie und Magnus Hirschfeld schilderten, wie die Flut den Betrieb heimsuchte und wie es ihnen gelang, nach gut 14 Tagen mit großem Personalaufwand, unzähligen Arbeitsstunden und Unterstützung vieler Unternehmer die Praxis wieder „flott“ zu machen. Nach einem mehr als zweiwöchigen Betriebsausfall tritt nun langsam wieder Normalität ein.
Am Beispiel „seiner“ Überflutung erläuterte Magnus Hirschfeld die Situation vor Ort. Die Lindenstraße/Ecke Wilhelm-Busch-Straße mit der Nettebrücke, bildete während der Überflutung ein Hindernis. Dadurch konnten die Wassermassen nicht geregelt abfließen und suchten sich neue Wege durch den Bereich der Schulstraße und der anliegenden Grundstücke. Anhand dieser Schilderung wird es notwendig sein, nicht nur hier, sondern auch an anderen Stellen durch kleinteilige Maßnahmen einen besseren Abfluss der Wassermassen zu ermöglichen.
Wie bereits berichtet, wird aus diesem Grund der Arbeitskreis „Hochwasser“, unter der Leitung von Ernst Pahl, Schritt für Schritt die Bereiche in Rhüden und Bornhausen aufnehmen und Lösungsvorschläge erarbeiten.
So langsam ist es möglich, sich ein Bild vom Schadensausmaß des Hochwassers zu machen. Neben dem materiellen Schaden sind auch viele Betroffene traumatisiert, können nur schwer mit den Folgen umgehen. „Da ist es zunächst hilfreich, dass das Land Niedersachsen 50 Millionen Euro Soforthilfe zugesagt hat“, so Rudolf Götz gegenüber dem „Beobachter“. Ein größerer Teil werde sicherlich auch für die Flutopfer in den Seesener Ortsteilen aufgewendet werden. Neben der Schadensbilanz und der Soforthilfe darf jetzt nicht wieder Zeit für Planungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen, massive Einwendungen und Gutachterarbeit verschwendet werden. Was vor zehn Jahren gut aufgearbeitet wurde, mit dem Ziel der Errichtung einer Talsperre in Bornhausen, darf nicht wieder unnötig verzögert werden. Bislang ist zu viel Sand im Getriebe!
Die Politiker aller Couleur, vom Rat über den Kreistag bis hin zum Landtag, dürfen laut Meinung der CDU jetzt nur noch ein Ziel verfolgen: Wie kann schnell und schlüssig eine wesentliche Verbesserung herbeigeführt werden? Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, dass immer neue Überlegungen und neue Einwände zu nichts führen, außer, dass baulich nichts getan wird.
Die CDU/FDP-Gruppe fordert deshalb, dass das Planfeststellungsverfahren für die Talsperre ganz schnell abgeschlossen wird, damit gebaut werden kann. Das gilt genauso für das Verfahren zur Aufweitung des Nettedurchflusses, aber auch für die Schildau in allen relevanten Bereichen.
Dazu Gruppenvorsitzender Rudolf Götz: „Die Geschichte des Hochwasserschutzes für die Nette und die Schildau muss neu geschrieben werden. Der Schutz des Bürgers und seiner Güter hat Vorrang vor allen anderen Erwägungen.“
Nach den jetzt erfolgenden Schadensregulierungen müsse nun in relativ kurzer Zeit durch die Verantwortlichen, sei es der Netteausbauverband vor Ort oder aber beim NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) sowie bei den Verantwortlichen im Niedersächsischen Umweltministerium, in Informationsveranstaltungen der neue Sachstand dargelegt werden.
Die Schadenskostenbilanz ist nun eindeutig zu beantworten: Solch große Schäden darf es nicht wieder geben. Ohne eine Talsperre in Bornhausen gibt es keine Chancen derartige Hochwasser zu verhindern. Die Menschen verlangen schnelle Planungen. Sie wollen endlich Bagger bei der Arbeit sehen. „Papier“, so Götz, „wurde genug bewegt.“
Ratsfrau Kerstin Probst verwies noch einmal auf die große Hilfe durch die ansässigen Landwirte, die mit ihrem großen Maschinenpark in der Lage waren, schnell und sofort zu helfen. Ohne diesen Beitrag wäre manches noch viel schlimmer geworden. „Das Thema Hochwasser in Seesen und seinen Ortsteilen wird die nächsten Wochen und Monate politisch ständig begleitet werden müssen. Nur wenn dieser Druck aufrecht erhalten wird, kommen wir weiter“, so Ratsherr Ernst Pahl. In der nächsten Woche wird die CDU/FDP-Gruppe in Bornhausen tagen.
Die Ereignisse dort haben eine neue Dimension erreicht. Schildau und Schaller konnten nicht mehr gebändigt werden.