Dächer dürfen jetzt auch schwarz werden

Die städtischen Baugrundstücke in der Gemeinde Rhüden sind allesamt veräußert. Jetzt stehen nur noch Grundstücke von Privatleuten zur Verfügung. Zudem hat der Ortsrat der dritten Änderung des Bebauungsplanes RÜH 25 „In der Marsch Nord“ zugestimmt.

Rhüdener Ortsrat beschließt Änderung des Bebauungsplanes RÜH 25 / Städtischer Baugrund ausverkauft

In Rhüden „In der Marsch Nord“ dürfen die Dächer jetzt auch schwarz werden. Bisher sah der Bebauungsplan für dieses Gebiet mit der Bezeichnung RÜH 25 „In der Marsch Nord“ vor, dass die Dächer ausschließlich in rot zu halten sind. Mit dieser Bestimmung sollte bis dato gewährleistet werden, dass sich ein einheitliches, traditionell dörfliches Bild ergibt.
Der Rat der Gemeinde Rhüden hat diese alte Regelung nun gekippt. Noch vor Ostern votierten die Gemeindepolitiker einstimmig für die dritte Änderung des Bebauungsplanes. Grund für diesen Schritt war die Anfrage von zwei Interessenten, die ein Haus in dem Baugebiet errichten wollen. Diese erkundigten sich, ob es auch möglich sei, die Dächer in schwarz zu halten. Der Ortsrat beschäftigte sich bereits in seiner vorangegangenen Sitzung mit diesem Thema und hat nun den Entschluss gefasst, die Errichtung von schwarzen Dächern durch die Änderung des Bebauungsplanes zu ermöglichen.
Der Entscheidung ging eine intensive Diskussion voraus. Rhüdens Ortsbürgermeisterin Irene Pülm erklärte gegenüber dem „Beobachter“, dass vor allem ein Argument ausschlaggebend für die Entscheidung der Ratsmitglieder war. Durch die Installation von Photovoltaik­anlagen auf immer mehr Häusern sind die Dächer schon heute nicht mehr im gewünschten Farbton gehalten. Deshalb mache es aus Sicht des Ortsrates Sinn, an dieser Stelle eine Art „Gleichberechtigung“ herzustellen.
In diesem Zusammenhang berichtete die Bürgermeisterin auch, dass inzwischen der gesamte städtische Baugrund in Rhüden veräußert sei. Der Ortsrat spielt deshalb mit dem Gedanken, bei der Stadt Seesen im Bedarfsfall eine Erweiterung des Baugebiets im Bereich „Am Hegeanger“ zu beantragen. Dieser Schritt habe aber noch Zeit, da es noch zahlreiche geeignete Baugrundstücke in privater Hand gäbe. Irene Pülm hofft deshalb darauf, dass Rhüden auch weiterhin von der Stadt Seesen als attraktives Baugebiet beworben wird. Die Veräußerung eines entsprechenden Grundstückes müsse dann natürlich mit den jeweiligen Eigentümern geregelt werden.
Im weiteren Verlauf der Ratssitzung befassten sich die Mitglieder auch mit der Verkehrssituation in der Katlenburgerstraße und den zu erwartenden Verkehrsbehinderungen im Zuge des Ausbaus der „Nette Brücke“. Im Bereich der Katlenburgerstraße stören sich zahlreiche Anlieger und die Mitglieder des Ortsrates, so skizzierte es Irene Pülm im Gespräch mit dieser Zeitung, an den parkenden Autos, die an beiden Seiten der Straße stünden. Dies behindere den Verkehrsfluss.
Der Ortsrat hatte schon zu einem früheren Zeitpunkt angeregt, dort ein einseitiges Halteverbot zu errichten. Die Pläne stießen jedoch beim Ordnungsamt der Stadt Seesen und der Polizei auf Ablehnung. Stadt und Polizei sind der Ansicht, dass die parkenden Autos eine Art „Pufferfunktion“ haben und zur Verringerung der Geschwindigkeit führen. Ein Argument, das die Rhüdener nur in Teilen nachvollziehen können, da es häufig zu schwierigen Verkehrssituationen kommt. Irene Pülm: „Lastwagen und große landwirtschaftliche Maschinen haben unter Umständen Probleme an den parkenden Autos vorbei zu kommen. Deshalb haben wir das einseitige Parkverbot angeregt“. Vor der nächsten Ortsratssitzung, die voraussichtlich Ende Mai stattfindet, wollen sich die Rhüdener Kommunalpolitiker bei einem Ortstermin ein genaues Bild von der Parksituation machen.
Überhaupt nicht glücklich ist der Ortsrat über eine Mitteilung der Telekom. Diese hat angekündigt den letzten noch verbliebenen Münzfernsprecher im Bereich der „großen Brücke“ abzubauen. Der Ortsrat möchte dieses Vorhaben nach Möglichkeit unterbinden. Die Chancen schätzt Irene Pülm aber als sehr gering ein.
Forstschritte will die Gemeinde nun endlich bei ihrem Internetauftritt erzielen. Dieses Thema soll in den nächsten Wochen hohe Priorität genießen. „Wir wollen in diesem Bereich endlich weiterkommen. Der Internetauftritt der Gemeinde soll deutlich umfassender und attraktiver gestaltet werden“, so Irene Pülm.
Zum Ende der Sitzung teilte die Ortsbürgermeisterin noch mit, dass sich Rhüden nun am Begrüßungspaket der Stadt Seesen für Neugeborene beteiligt. Die Holzautos mit dem niedlichen Namen „Schnaufi“, die der Ortsrat seit 2007 auf eigene Rechnung verteilt, sollen aber weiterhin Bestandteil des Begrüßungspaketes bleiben.