Die Nervosität fährt bei fast allen Grundschülern mit

An der Bushaltestelle warten die Kinder, dass sie auf die Strecke können. Vor der Radprüfung herrscht bei den Kindern Nervosität. (Foto: Strache)

41 Rhüdener Grundschüler absolvierten am vergangenen Donnerstag ihre Fahrradprüfung / Polizei überprüfte Verkehrstauglichkeit

Von Maximilian Strache, Rhüden

Ein wenig nervös sind die 41 Schüler der Rhüdener Grundschule am Donnerstagmorgen schon, als der praktische Teil der Fahrradprüfung unmittelbar bevorsteht. Zwar sitzen die Kinder schon seit Jahren fest in den Sätteln ihrer Drahtesel. Schief gehen kann aber immer mal was.
Julian (9 Jahre) ist eigentlich ein sicherer Radfahrer. Schwere Stürze hatte er bisher keine. Dennoch ist er ein wenig in Aufregung, wenn er an die kurz bevorstehende Prüfung denkt.
Die Kinder stehen in einer langen Reihe im Haltebereich der Bushaltestelle. Nacheinander werden sie von ihrer Lehrerin auf die Prüfungsstrecke geschickt. Losfahren darf der nächste Schüler immer erst dann, wenn sein Vorgänger die erste Kreuzung erreicht hat.
Vor Julian stehen noch etwa zwölf Klassenkameraden, bevor es losgeht. Er will auf jeden Fall alles richtig machen. Die größte Angst hat er davor, auf einer Kreuzung auszurutschen. Dann wäre die Prüfung für ihn gelaufen.
Louis legt da deutlich mehr Selbstbewusstsein an den Tag. Der Zehnjährige erzählt stolz, dass er schon mit drei Jahren ohne Stützräder fahren konnte. Ob das stimmt, ließ sich natürlich nicht nachprüfen. Anna-Sophia verriet aber, dass Louis häufig ein wenig dicker aufträgt. Nervös, das muss der selbstbewusste Louis aber dann doch einräumen, ist er aber schon.
Alexa wird die Prüfung heute auf ihrem neuen Fahrrad absolvieren. Das hat sie erst vor fünf Tagen bekommen. Aber nicht zum Geburtstag. Das Fahrrad hat sie von ihrem Ersparten gekauft, da legt sie großen Wert drauf.
Yannick, ebenfalls neun Jahre alt, ist mit dem Fahrrad unterwegs, seitdem er vier Jahre alt ist. Mit seinem Moutainbike lässt es der Blondschopf auch gerne mal ein bisschen rauer angehen. Touren durch den Wald sind für ihn kein Problem. Sein Kumpel Julian, der hinter ihm in der Reihe steht, bestätigt das: „Der Yannick ist top drauf. Der packt das heute locker.“
Domenik (9 Jahre) hat vor fünf oder sechs Jahren die Stützräder in den Keller verbannt. Seitdem fährt er gerne mit dem Fahrrad durch die Gegend. Mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder unternimmt er am Wochenende auch schon mal längere Touren. Sein Fahrrad hat er übrigens beim Rhüdener Seifenkistenrennen gewonnen, wie er stolz erklärt.
Im Vorfeld der praktischen Prüfung hat die Polizei die Fahrräder der jungen Verkehrsteilnehmer auf ihre Verkehrstauglichkeit untersucht. Von 41 Rädern wies nur eines Mängel auf. Die Beleuchtung war defekt. Morgen muss das Fahrrad dann bei der Polizei vorgestellt werden. Dann natürlich ohne Mängel.
Am Ende konnten sich alle 41 Schüler über die bestandene Fahrradprüfung freuen. Die nächsten Prüfungen werden dann wohl die zum Roller- oder Autoführerschein sein. Bis dahin allzeit gute Fahrt.