Empfindliche Geldstrafen für Beleidigung

Feuerwehrmännern in Rhüden den „Vogel“ gezeigt und sie als „faule Schweine“ tituliert

Seine Meinung zu sagen, ist die eine Sache; dabei aber sein Gegenüber zu beschimpfen und zu beleidigen, eine ganz andere. Dafür bekamen Vater und Sohn, die gestern auf der Anklagebank im Seesener Amtsgericht Platz genommen hatten, nun die Quittung.

Sie sollen Ende April dieses Jahres zwei im Einsatz befindliche Feuerwehrmänner der Ortsfeuerwehr Rhüden mit Gesten und Worten beleidigt haben.
Die Feuerwehrleute hatten sich mit dem Einsatzfahrzeug an der Einmündung Hildesheimer Straße/Katelnburgstraße in Rhüden postiert, weil in diesem Bereich eine Flüssigdüngemittel-Spur beseitigt werden musste. Die beiden Angeklagten nun wollten mit dem Pkw in die Katelnburgstraße und dann auf den REWE-Parkplatz einbiegen, was aber zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war. Das machte der 44-jährige Aktive den Insassen auch deutlich. Anstatt nun mit Verständnis zu reagieren, pflanzte sich der jüngere der beiden Angeklagten vor dem 44-Jährigen auf und polterte sinngemäß los: „Die faulen Schweine von der Feuerwehr können ja ein bisschen schneller fegen“. Bevor man sich mit dem Auto wieder davon machte, fiel auch noch das Wort „Arschloch“.
Was den Vater, einen 69-jährigen Rentner aus Bornum, angeht, so räumte dieser ein, dem Feuerwehrmann einen „Vogel“ gezeigt zu haben. Dafür habe er sich auch schon bei dessen Eltern entschuldigt. Er wisse selbst nicht, warum er derart überreagiert habe. Richter Frank Rüger stellte das Verfahren gegen ihn ein. Der Rentner erklärte sich bereit, innerhalb der nächsten sechs Monate eine Geldzahlung von 500 Euro an die Jugendfeuerwehr Seesen zu leisten.
Sein in Seesen wohnhafter Sohn, der schon neun Vorstrafen auf dem Konto hat und nach dem Urteilsspruch den Sitzungssaal wütend und zeternd verließ, zeigte sich weniger einsichtig. Er habe Feuerwehrleute, die ihre Freizeit für die Allgemeinheit opfern, völlig grundlos beleidigt und sein Temperament nicht unter Kontrolle, meinte Frank Rüger. Der Richter verurteilte den 37-jährigen Hartz-IV-Empfänger zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 15 Euro.