Film-Gottesdienst im Martin-Luther-Haus

Szene aus dem Kino-Film „Der Vorleser“.

Kirchengemeinde Rhüden lädt Sonntag ein / Erste Leidenschaft hat radikale Konsequenzen

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Martini Rhüden nimmt in diesem Jahr die Reihe der Film-Gottesdienste wieder auf und zeigt am Sonntag, 17. Februar, den Oscar-prämierten Streifen „Der Vorleser“, der ganz bestimmt für reichlich engagierten Gesprächsstoff sorgen wird.
„Sie ist rätselhaft und viel älter als er“. Das ist allein schon Anlass für allerlei rege Fantasien. Doch bei dieser relativ plakativen Aussage bleibt der tiefbewegende Film nicht stehen. Im Gegenteil: Im Verlauf der rund zwei Stunden wird das Publikum durch nahezu alle Höhen und Tiefen der Gefühle schonungslos geführt.
Soweit zum Film selbst. Zuvor wird um 9.30 Uhr der Gottesdienst natürlich mit Lesung und Gebet im Martin-Luther-Haus eröffnet. Im Nachgang steht dann vor allem der gemeinsame Austausch über die persönlichen Gefühle und Empfindungen im Vordergrund. Dabei werden gewiss auch die Erfahrungen derer einfließen, die an die namhafte Zeit noch lebensnahe Erinnerungen haben.
„Das alles klingt zwar etwas nach der Aufarbeitung der jüngeren deutschen Geschichte. Das darf auch gern geschehen. Aber es ist umgekehrt auch wahr, dass man seine eigene Lebensperspektive viel besser einordnen und verstehen kann, wenn man genau weiß, was früher war“, sagt Pfarrer Johannes Koch. Das jedenfalls könnte davor schützen, sich seine eigene Zukunft realitätsfern zu erträumen und das Wahlrecht als lästiges Übel einzuschätzen.
Im Anschluss an die sicherlich rege Diskussion wird dann ein leckeres Mittagessen gereicht. Die entstandenen Kosten werden durch freundlich erbetene Spenden gedeckt sein.