Grundschüler erleben die Welt der Oper hautnah

Alle Kinder tanzten und sangen das Stück „Das klinget so herrlich“. (Foto: Strache)
 
Der Papageno. (Foto: Strache)

Wiener Kinderoper Papageno gastiert in Rhüden / Finanziert mit Mitteln aus dem Projekt „Kultur in Dosen“

Rhüden (bo). Erwartungsvolle Blicke richteten die Schüler der Grundschule Rhüden auf die beiden Darsteller des Ensembles „Kinderoper Papageno“ aus Wien, die am Mittwoch in der Turnhalle ihre Opernwerkstatt geöffnet hatten. Auf dem Programm stand ‚Die Zauberflöte’ von Wolfgang Amadeus Mozart.
Nach einem kurzen Ratespiel bekannter Mozartmelodien, bei dem ständig geheimnisvolle „KV“-Nummern (Köchel-Verzeichnis-Nummern) genannt wurden, lieferten die Schauspieler im munteren Dialog und unter Einbeziehung des Publikums Erklärungen, Zahlen und Daten zu Mozarts Leben.
Schnell wurden aus einer großen Kofferkiste, die neben einer Musikanlage schon die einzige Kulisse darstellte, zunächst ein Notenständer, eine Partitur sowie die Kostüme für die weiteren Mitspieler gezaubert. Die Darsteller des Prinzen Tamino, der Prinzessin Pamina, des weisen Herrschers Sarastro und der gefürchteten Königin der Nacht (alles Schüler und Schülerinnen der Musik-AG der Grundschule) erhielten nun prunkvolle Gewänder und Mäntel. Ihre Texte hatten sie bereits in der Musik-AG gelernt und vor der Vorstellung mit dem Ensemble geprobt. Aber auch die drei Hofdamen und eine Dirigentin, die spontan zum Mitspielen eingeladen waren, wurden feierlich kostümiert. Aus einem Schlangenkopf, der von einer Schülerin getragen wurde, und weiteren fünf oder sechs Kindern, die mit einem schuppig bedruckten Tuch bedeckt wurden, entstand eine große, gefährliche Schlange – und während das Publikum noch über das etwas unbeholfene Ungetüm lachte, fing auch die Geschichte der Zauberflöte schon an, denn Tamino erschien auf der Bühne und versuchte, sich vor der Schlange zu verstecken.
Die Aufführung war eine gelungene Mischung aus dem Erzählen der Handlung und der szenischen Darstellung einiger Situationen mit Hilfe der Schüler-Darsteller. Darüber hinaus erklangen fast selbstverständlich die bekannten Arien (unter anderem die Vogelfänger-, Bildnis- und Rache-Arie) entweder vom Tonträger oder vom Ensemble live gesungen. Manchmal wurden einige Schüler zu Bühnenarbeitern, die nicht mehr gebrauchte Requisiten von der Bühne räumten. Dann wiederum wurde das ganze Publikum zur Kulisse, als mit großen roten und blauen Tüchern Feuer und Wasser dargestellt werden sollten. Ein Höhepunkt war unbestritten das Lied „Das klinget so herrlich“, bei dem alle Schüler als Sklaven mitsingen und mittanzen durften. Am Ende der Oper bekam der Papageno (Gregor) seine Papagena (Barbara), womit sich das Ensemble musikalisch verabschiedete. Alle Darsteller erhielten zum Schluss ihren wohlverdienten Applaus.
Es war eine gelungene Heranführung an die Oper, ein großartiges Konzept und eine wirkungsvolle Umsetzung. Beeindruckend war die Arbeit der beiden Ensembledarsteller, die geduldig und liebevoll Hilfestellung gaben, damit jeder Schüler seine Rolle hervorragend spielen konnte. Finanziert wurden die insgesamt zwei Aufführungen komplett durch das Projekt „Kultur in Dosen“, bei dem im vergangenen Jahr in Seesen Gelder gesammelt worden waren.