Nach dem Regenfest wird nun über das Rotationsprinzip nachgedacht

 

Rhüdener Dorffest fiel zwar ins Wasser, aber noch lange nicht aus / Neue Ideen konkretisiert

Rhüden (JK). Leider meinte es Petrus mit den Rhüdenern nicht wirklich gut. Denn bereits das Probestehen am Freitag fand unter eher winterlichen Bedingungen statt: Gerade mal 12 Grad zeigte das Thermometer, und der Himmel öffnete dazu auch noch seine Schleusen. Das einzig Positive war nur, dass es wenigstens nicht schneite oder gar hagelte. Diejenigen, die aber begriffen haben, dass der Veranstalter – in diesem Fall die Rhüdener Ortswehr – nun wahrlich für das Wetter überhaupt nichts kann, kamen dann eben in passender Kleidung und hatten richtig viel Spaß.
Diese Tendenz setzte sich dann auch am nächsten Tag insgesamt fort. Nach der gemeinschaftlichen Andacht in der St.-Martini-Kirche, bei der der musikalische Nachwuchs der Feuerwehr neben den traditionellen Chören sein jeweils gekonnt vorgetragenes Repertoire unter Beweis stellte und Ortbürgermeisterin Irene Pülm ihr Grußwort sprach, brachte der Musikzug der Feuerwehr die Gemeinde sicher und unterhaltsam mit beschwingten Weisen zum Festgelände in der Lindenstraße.
Der Musikzug unterhielt nach der Ansprache von Ortsbrandmeister Timo Hurlemann auf dem Festplatz die Festgemeinschaft mit fröhlicher Musik, während sich die Kinder – unter der Obhut des Deutschen Roten Kreuzes – am liebevoll vorbereiteten Unterhaltungsprogramm erfreuten. Zeitgleich pilgerten viele, vor allem ältere Mitbürger, zum reichhaltig aufgetafelten Kuchenbuffet.
Zum Verzweifeln mögen den Mitgliedern der aktiven Wehr die Witterungsbedingungen des Abends vorgekommen sein, denn nun setzte nicht unerheblicher Dauerregen ein. Jedoch: Die „Rhythmics“ aus Mechtshausen heizten den leicht fröstelnden Fans gepflegter Dorfgemeinschaft derart ein, dass man tags darauf im Internet erste, ausschließlich begeisterte Reaktionen lesen konnte.
Musik, Stimmung, einfach alles wurde positiv bewertet. Und dazu zählt vor allem die Bereitschaft der Ortswehr, über ihre zahlreichen, aufreibenden Spontan-Einsätze hinaus, auch noch solche Fix-Termine zugunsten der Dorfgemeinschaft zu übernehmen. Dank und Anerkennung seitens der Rhüdener Einwohnerschaft – eine klare Folge dieses beispielhaften Engagements.
Das, was in diesem Jahr noch einmal mehr erfolgreich über die Dorf-Bühne gegangen ist, macht zugleich aber auch Sorge: Denn kaum einer der aktiven Vereine und Verbände dürfte bereit, willens oder in der Lage sein, künftig derartige Großveranstaltungen alleine ausrichten zu können. Doch zu später Stunde kam bei lecker gezapftem Gerstensaft geistig hochprozentige Hilfe aus einem benachbarten Ort. Von dort kam nämlich der bedenkenswerte Vorschlag, das Dorffest und das Osterfeuer insgesamt gemeinschaftlich auszurichten. Die Stände und Aufgaben könnten im Rundum-Turnus verteilt und anschließend die Überschüsse nach Anzahl der beteiligten Vereine und Verbände aufgeteilt werden. Ein Fünf-Jahres-Plan mit klaren, rotierenden Verantwortungen wäre dabei sicherlich hilfreich.
Im Klartext könnte das bedeuten: Jeweils ein Verein übernimmt den Bierstand, ein anderer das Kinderprogramm, ein weiterer die Kaffeetafel etc. Dieses Prinzip ist in Rhüden im Grundsatz eigentlich nicht ganz neu, wird es doch schon beim Weihnachtsmarkt seit rund acht Jahren – wenngleich mit leichten Variationen – erfolgreich angewandt.
Unter dem Strich bleibt auch in diesem Jahr die angenehme Erfahrung: Diejenigen, die sich für eine positive Grundstimmung in Rhüden einsetzen, kamen wiederum voll auf ihre Kosten – und das zu absolut familiengerechten Preisen. Ob aber auch die Rhüdener Ortswehr voll auf ihre Kosten gekommen ist, scheint aus derzeitiger Perspektive eher etwas ungewiss.