Not privater Haushalte wird deutlich

Rhüden unter Wasser. Erst jetzt werden die von der Flut verursachten Schäden klar.

Aktionsbündnis „Rhüdener helfen Rhüdenern“ legt erste Bilanz der gemeldeten Schäden vor

Trotz der großen Welle aktiver Hilfe der unterschiedlichsten Art lässt sich die Flut privater Schäden im persönlichen Umfeld der Betroffenen kaum noch in vernünftige Worte oder Zahlen fassen. Zudem lässt sich die psychische Belastung eben wissenschaftlich leider nur erahnen oder sehr unvollkommen ausloten.
Immerhin gibt es eine erste Bilanz der tatsächlichen Schäden, die jetzt das Aktionsbündnis „Rhüdener helfen Rhüdenern“ jüngst vorgelegt hat. Danach sind bis Ende August rund 80 schriftliche Anträge auf Entschädigung im Rhüdener Pfarramt eingegangen. Die dort aufgeführten Schäden an Haus, Grundstück und Inventar belaufen sich danach auf insgesamt 1,5 Millionen Euro. Das macht im Schnitt pro Antrag die Summe von rund 12.000 Euro. Gewiss: Es gab und gibt Entschädigungen vonseiten der Versicherungen (sofern sie überhaupt noch bestehen) sowie von Seiten des Landes und des Landkreises. Aber es ist nicht damit zu rechnen, dass diese Gelder die entstandene Not vollständig abdecken werden. Um eine genauere Schadenssumme zu ermitteln, wird die Stadt Seesen in den kommenden Tagen, einen entsprechenden Erhebungsbogen an die betroffenen Haushalte verteilen.
Gleiches gilt auch für die Spenden an Geld- und Sachwerten, die das Aktionsbündnis in den zurückliegenden Wochen erhalten hat. Dazu zählen auch die unermüdlichen Aktivitäten der „Hochwasser-Hilfe Rhüden“, die dem Aktionsbündnis seit Wochen zuarbeitet. Zudem stehen noch zwei größere Benefiz-Aktionen ins Haus, die am Sonntag, 10. September, im Kurpark und am Donnerstag, 14. Oktober, im Rhüdener Hotel „Zum Rathaus“ über die Bühne gehen werden. Und trotzdem werden diese Spenden die wirkliche Not nur zum Teil lindern oder gar beheben können.
In der Rhüdener Bevölkerung macht sich daher großer Unmut breit. Seit vielen Jahren wird der Ort immer wieder von Hochwassern überschwemmt. „Jetzt sind die verantwortlichen Stellen gefordert, adäquate Lösungen zu finden.