Planenschlitzer geschnappt

Vier Tatverdächtige aus Polen bei Sondereinsatz an der A 7 festgenommen

Sie kommen des Nachts, wenn die LKW-Fahrer schlafen, schneiden die Planen der Ladeflächen auf und stehlen zum Teil hochwertige Güter. Das bundesweite Phänomen sogenannter „Planenschlitzer“-Diebstähle macht auch vor den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion (PD) Göttingen nicht halt.

Seit Jahresbeginn wurden auf den Parkplätzen im Bereich der Polizeiinspektionen Göttingen und Hildesheim an der A 7 rund 70 Taten registriert. Obwohl es in vielen Fällen beim Versuch blieb, beläuft sich der entstandene Gesamtschaden nach ersten Schätzungen auf mindestens 100.000 Euro.
Im November zeichnete sich plötzlich ein sprunghafter Anstieg der Fallzahlen ab. Die PD Göttingen hat darauf in dieser Woche mit einem akribisch vorbereiteten Sondereinsatz reagiert, um Täterstrukturen aufzuhellen und Täter zu ermitteln.
Unter der Einsatzleitung von Burkhard Schramm, dem Leiter der Autobahnpolizei Göttingen, bestreiften in den Nächten von Dienstag bis Freitag rund 25 Zivil-Fahrzeuge die Autobahnparkplätze an der A 7 und waren auf der A 38 unterwegs. An dem Einsatz beteiligt waren Beamte der Göttinger Bereitschaftspolizei, der Autobahnpolizei und der Verfügungseinheit der PI Göttingen, der PI Hildesheim sowie Diensthunde der PD Göttingen. Darüber hinaus stand in Hannover ein Polizeihubschrauber für etwaige weitergehende Fahndungsmaßnahmen bereit.
Im Rahmen der Aktion konnten am Donnerstagabend gegen 22.20 Uhr auf dem Parkplatz „Ambergau“ an der A 7 zwischen den Anschlussstellen Bockenem und Rhüden in Fahrtrichtung Kassel vier mutmaßliche „Planenschlitzer“von der Polizei festgenommen werden. Die 20,21,32 und 33 Jahre alten Männer aus Polen sind nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen dringend verdächtig, kurz zuvor auf dem Parkplatz die Planen von mehreren LKW aufgeschlitzt zu haben.
Ohne Beute machten sich die Tatverdächtigen in ihren zwei Fahrzeugen, einem Mercedes-Sprinter und einem Audi A 6, anschließend weiter auf den Weg in Richtung Süden. Einsatzkräfte nahmen sofort die Verfolgung auf. Der erfolgreiche Zugriff erfolgte wenig später auf dem Parkplatz „An der Alpe“ zwischen der Anschlusstelle Hildesheim-Drispenstedt und dem Autobahndreieck Hannover-Süd in Fahrtrichtung Hannover.
In den Fahrzeugen der mutmaßlichen Diebe stießen die Fahnder auf diverse Beweismittel, darunter Funkgeräte, Handschuhe und ein Stemmeisen. Alle Gegenstände sowie der Sprinter und der A6 wurden beschlagnahmt, die vier Insassen festgenommen.
Es wird angenommen, dass die vier Polen für weitere gleichgeartete Taten im Gebiet Göttingen in Frage kommen, darunter auch der Diebstahl von 40 Notebooks, Projektoren und Monitoren Anfang November auf dem Parkplatz „Schlochau“ an der A 7 bei Northeim mit einem Gesamtschaden von zirka 40.000 Euro. Die Behörde geht davon aus, mit der erfolgreichen Festnahme der vier Männer der Planenschlitzer-Serie in ihrem Zuständigkeitsbereich vorerst ein Ende bereitet zu haben.
Die vier wurden am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft festgenommenen und dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Hildesheim vorgeführt. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Die Polizeidirektion Göttingen ist für insgesamt rund 300 Autobahnkilometer der A 7 und der A 38 zuständig.