Sind genmanipulierte Futter- und Nahrungsmittel unbedenklich?

NABU und BI für gentechnikfreies Niedersachsen zeigen Dokumentarfilm

Rhüden (bo). Auch in unserer Umgebung führt die KWS Freilandversuche seit mehreren Jahren mit der „Genrübe“ – also genmanipulierten Zuckerrübe – durch und hat angekündigt, dass sie damit fortfahren will. Die NABU Gruppe Harzvorland und die Bürgerinitiative für ein gentechnikfreies Südniedersachsen (BIgS) zeigen deshalb den Dokumentarfilm „Arpad Pusztai – Wisthleblower“ am Montag, 28. März, um 19.30 Uhr im Haus der Vereine, An der Schule 4, in Rhüden.
Dr. Arpad Pusztai, der führende Wissenschaftler für Nahrungsmittelforschung, erklärte 1998 im britischen TV in einem kurzen Interview, dass vor der Zulassung von Gentechnik in Nahrungsmitteln unbedingt Langzeittests durchgeführt werden müssten. Er selbst hatte Testreihen durchgeführt, bei denen mit gentechnisch veränderten Kartoffeln gefütterte Ratten unter anderem gravierende Organveränderungen und Immunschäden erlitten. Ohne es zu ahnen ernährten sich zu der Zeit aber schon die Mehrheit der amerikanischen und der britischen Bevölkerung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. Innerhalb weniger Stunden stand Pusztai im politischen Kreuzfeuer, ihm wurde verboten, sich weiter dazu zu äußern, seine Unterlagen wurden konfisziert, der Zugang seines Labor versperrt. Nach Jahrzehnte langer, anerkannter Tätigkeit erhielt er sogar die Kündigung. 2005 wurde Pusztai mit dem „Whistleblower - Preis“ als jemand ausgezeichnet, der brisante Risiken aufgedeckt hat, trotz hohen persönlichen Risikos.
Der Film ist gerade erst in Auftrag des Bayrischen Rundfunks fertig gestellt. Packend zeigt er ein anschauliches Bild von der nach wie vor sehr aktuellen Problematik der Gentechnik in der Landwirtschaft und damit auch in unserer Nahrung: Es gibt keine ausreichenden und unabhängigen Untersuchungen von den Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt, stattdessen wird massiv versucht, die negativen Erkenntnisse zu unterdrücken.
Nach der Filmvorführung besteht die Gelegenheit zur Diskussion und Fragen zum Thema Gentechnik in der Landwirtschaft an Mitglieder der Bürgerinitiative, wie beispielsweise den Sprecher der BI und Vegetationskundler Dr. Bernd Gehlken, zu stellen.