Sperrmülltourismus nach dem Hochwasser

Nach dem Jahrhunderthochwasser türmt sich an den Straßen der Sperrmüll, nicht nur in Rhüden.

Nichtbetroffene nutzen Unglück einfach aus

Seit einigen Tagen erfolgen in den von Städten und Gemeinden der Hauptschadensgebieten zusätzliche Sammeltouren für die kostenlose Entsorgung von häuslichem Sperrmüll einschließlich sperrmüllähnlicher Abfälle wie beispielsweise Holzpaneelen und Zimmertüren geben.
Um den Betroffenen schnell helfen zu können haben die Kreiswirtschaftsbetriebe Goslar eigens dafür die Sperrmüllabfuhr auf ein Zwei-Schicht-System umgestellt und die Abfuhrzeit bis 20 Uhr ausgedehnt. Auch an den nächsten Samstagen wird abgefahren.
„Leider müssen wir mittlerweile vermehrt feststellen, dass auch solche Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit der kostenlosen Sperrmüllabfuhr nutzen, die keine Hochwasserschäden zu verzeichnen haben. Dafür werden zum Teil auch längere Transportwege in Kauf genommen.“, sagt Thomas Ebert, Betriebsleiter der Kreiswirtschaftsbetriebe Goslar. Ebert weiter „Diese Umstände machen mich schon sehr nachdenklich und betroffen.“ Mit den zusätzlichen Sperrmüllmengen werden Kapazitäten gebunden werden, die dann dort fehlen, wo sie dringend gebraucht werden. Die Kreiswirtschaftsbetriebe appellieren an das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises und bitten dringend darum die derzeitigen Sonderaktionen nur dann zu nutzen, wenn tatsächlich ein Schaden durch das Hochwasser eingetreten ist.