Vier Schwerverletzte bei Unfall auf BAB 7

Der fast nagelneue Seat hatte nach dem Unfall nur noch Schrottwert. (Foto: Autobahnpolizei)

Gefahrenbremsung löst zwischen Seesen und Rhüden Kettenreaktion aus / Schaden wird auf 35.000 Euro geschätzt

Zu einem folgenschweren Verkehrsunfall kam es am Dienstagnachmittag auf der Autobahn 7. Der Fahrer eines VW Golf aus Würzburg wollte gegen 14.30 Uhr offenbar die BAB an der Anschlussstelle Rhüden verlassen, fuhr jedoch versehentlich zunächst in eine Nothaltebucht, die sich kurz vor der Abfahrt befindet.

Als er seinen Irrtum bemerkte, lenkte er sofort wieder zurück auf den Hauptfahrstreifen, ohne auf den dortigen Verkehr zu achten.
Hier befand sich ein 55-Jähriger aus Lübeck mit seinem Wohnmobil. Nur durch eine Gefahrenbremsung schaffte dieser es, ein Auffahren auf den Golf zu verhindern.
Weniger Glück hingegen hatte der Führer eines VW Bully, der hinter dem Wohnmobil fuhr. Beim Versuch, nach links auszuweichen, touchierte der 36-jährige Bitburger das Wohnmobil seitlich, stieß anschließend gegen die Mittelschutzplanke aus Beton und kam auf dem Überholfahrstreifen zum Stehen.
Auf dieses Hindernis wiederum fuhr der Fahrer eines gerade einmal acht Wochen alten Seat auf. Das neue Fahrzeug wurde durch den heftigen Aufprall vollkommen zerstört. Im Fahrzeug saßen ein Ehepaar aus Schweden und drei Kinder. Während der 30-jährige Fahrer und ein Kind unverletzt blieben, mussten sowohl die 39-jährige Ehefrau und zwei der Kinder – beide im Alter von sieben Jahren – als auch der Bitburger in Krankenhäuser in Hildesheim und Seesen eingeliefert werden, wo sie stationär aufgenommen wurden.
Über Art und Schwere der Verletzungen konnte die Polizei noch keine Angaben machen.
Der Verursacher verließ mit seinem Golf die Autobahn an der Anschlussstelle Rhüden, ohne sich um den Unfall zu kümmern. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.
Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf etwa 35.000 Euro. Zur Versorgung der Verletzten und Bergung der Fahrzeuge musste die Richtungsfahrbahn Hannover bis etwa 15.30 Uhr voll gesperrt werden. Der Verkehr staute sich dadurch auf einer Länge von bis zu elf Kilometern.