Vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Aufgeregt fiebern die Rhüdener Kinder ihrem ersten Schultag entgegen. Insgesamt 30 Mädchen und Jungen besuchen die beiden 1. Klassen.

Gottesdienst in der St.-Martini-Kirche / 30 Kinder in Rhüden eingeschult

Am vergangenen Sonnabend wurden im Stadtteil Rhüden insgesamt 30 Kinder in die Schule geführt. Dazu waren sie zunächst um 9.30 Uhr mit ihren rund 220 Eltern, Paten und Geschwister sowie Schulleiter Burkhard Strübig in die St.-Martini-Kirche zu einem feierlichen Gottesdienst gekommen. Der thematische Teil des Gottesdienstes beschäftigte sich mit der Vernetzung untereinander, die symbolisch durch einen verbindenden Wollfaden dargestellt wurde.

Katja Hencken und Janina Freudenberg hatten die Kinder in zwei Gruppen geteilt und die Aktion durchgeführt. Organistin Claudia Schaare führte durch den Gottesdienst und wies nach der Aktion auf die unsichtbaren Netzwerke der Gegenwart und darauf hin, dass dazu auch der verbindende Glauben gehört.
Nach dem Segen zogen die Familien zur Sporthalle am Wiesenbruch, wo die ABC-Schützen durch ein heiteres Stück auf den Sinn der Schule vorbereitet wurden. Die beiden Klassen 4a (Silke Preuße) und 4b (Katja Winkel) führten die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte, auf.
Darin wird von dem Löwen erzählt, der mit seinen natürlichen Begabungen vollauf zufrieden ist, denn er konnte brüllen und seine imposanten Zähne fletschen. Dass er nicht schreiben und lesen konnte, störte ihn hingegen nicht. Als er eines Tages eine sehr schöne Löwen-Dame traf, kam er schnell an seine Grenzen, denn einer Dame muss man Liebesbriefe schreiben, um ihr Herz zu erobern. Der Löwe suchte im Tierreich nach Tieren, die ihm beim Abfassen des Liebesbriefes helfen konnten. Mit diesem Brief versuchte er, die Löwin auf sich aufmerksam zu machen. Diese aber hatte den Braten rasch gerochen und fragte den Löwen, warum er den Brief nicht selbst geschrieben habe. Dieser musste nun schamvoll zugeben, dass er nicht schreiben könne. Die Löwin wendete sich aber nicht von ihm ab, sondern bot ihm an, ihm das Schreiben beizubringen.
Nach dem musikalisch umrahmten Stück führten die Lehrerinnen Frau Arnold-Müller (Klasse 1a) und Frau Ladwig (Klasse 1b) die Schüler in ihre Klassen, während die Angehörigen sich von den Mitgliedern des Fördervereins mit Kaffee und Muffins sowie einer kleinen Sektbar zu familienfreundlichen Preisen verwöhnen ließen.