Zwischen Hoffen und Bangen

Nachdem am Montagmittag die Straßen Rhüdens einer Seenlandschaft glichen, hat sich die Lage seither deutlich entspannt. Neue Schlechtwetterprognosen sorgen dafür, dass man im Ort mit neuerlichen Überschwemmungen rechnet. Für heute wurde einmal mehr Starkregen vorhergesagt. (Foto: Mateo)

Angst vor erneutem Hochwasser: Schlechtwetterprognosen lassen die Rhüdener nichts Gutes erwarten

Die Lage hat sich ein wenig entspannt in Rhüden, aber ein Grund zur Entwarnung ist noch nicht gegeben. Nach den stark anhaltenden Regenfällen waren am Sonntag und Montag wie berichtet die Flüsse in Rhüden und weiteren Ortsteilen über die Ufer getreten. Viele Straßen waren gesperrt und unpassierbar. In Rhüden wurden – wieder einmal – fleißig Sandsäcke gefüllt, gestapelt, Keller und Wohnungen leergepumpt. Die Nette teilte Rhüden am Montag in zwei Teile. Wer diese kreuzen wollte, musste Umwege in Kauf nehmen.
Manche Waghalsigen hatten tatsächlich versucht, mit ihrem Auto oder zu Fuß diese Bereiche zu kreuzen. Ganze Straßenzüge, Gärten, Häuser, Garagen, Carports und Wohnungen standen komplett unter Wasser. Die Feuerwehren waren einmal mehr im Dauereinsatz und haben ganze Arbeit geleistet.
Mit Erleichterung konnte Ortsbrandmeister Timo Hurlemann gestern von einer entspannten Lage aus Rhüden berichten. Trotzdem sei man in „Alarmbereitschaft“. Beim verheerenden Hochwasser im Jahre 2007 wurden Extremwerte bis 366 Zentimeter in der Nette gemessen. Am Montagnachmittag gegen 11 Uhr stand der Pegel bei 351 Zentimter. Dann endlich die erfreuliche Nachricht: Der Pegel sinkt. Die Erleichterung war spürbar. Seither wird das Wasser im Rückhaltebecken kontinuierlich abgelassen.
Das Hochwassermanagement der Feuerwehr, so viel steht in jedem Fall fest, hat bestens funktioniert. Leider gibt es auch schlechte Neuigkeiten: Die Sporthalle Rhüden hat leider auch diese Mal wieder Wasser abbekommen. Die Unterkonstruktion des Schwingbodens steht komplett im Wasser, so dass umfangreiche Trocknungarbeiten notwendig sind.
Die Sporthalle ist somit bis auf weiteres nicht nutzbar und bleibt für jegliche Benutzung gesperrt. Eine Benutzung wird voraussichtlich erst wieder nach den Sommerferien möglich sein.
Wie sich die Lage weiterentwickelt, darüber gab es bis gestern noch geteilte Meinungen, denn bereits für den heutigen Mittwoch sind weitere Unwetter angekündigt. Rhüden ist in jedem Fall auf neue Fluten vorbereitet. Wie Uwe Zimmermann von der Stadt Seesen in diesem Zusammenhang mitteilt, sollten die Anwohner die von der Feuerwehr gelieferten Sandsäcke nicht zurückgeben, sondern vorerst aufbewahren bis die Gefahr endgültig gebannt ist. Rhüden steht zwischen Hoffen und Bangen.