Rhüdener sehen Historisches

Die Damenmannschaft des FC Rhüden bildete auch am Mittwoch das Verkaufsteam.

Erste Niederlage für die Frauenelf bei einer Europameisterschaft seit 20 Jahren

Am Mittwoch stand im Rahmen der Fußball-Europa-Meisterschaft in Schweden das letzte Gruppenspiel für die deutschen Damen ins Haus. Rund 30 Personen fanden sich bei schönstem Sommerwetter im Pfarrgarten ein, um das spannende kleine Vor-Finale zu verfolgen. Pünktlich um 18 Uhr erfolgte der Anpfiff.

Experten wussten, dass ein Unentschieden reichen würde, um Deutschland den ersten Platz in der Gruppe-B zu sichern. Daher war die Grundstimmung gelassen, wenngleich nicht ohne eine gewisse innere Unruhe. Der Gegner Norwegen war nicht der eigentliche Anlass, denn die Deutschen hatten seit 20 Jahren kein EM-Spiel verloren. Gleichwohl ist den Kennerinnen der Szene bekannt, dass die skandinavischen Mannschaften grundsätzlich nicht zu unterschätzen sind.
Und dann kam die Ernüchterung. Norwegen netzte gegen Ende der ersten Halbzeit durch einen abgefälschten Fernschuss zum 1:0 todesschussartig ein. Silvia Neid war sich sofort darüber klar, dass die deutschen Damen in der zweiten Halbzeit dem Unentschieden hinterherlaufen würden. Doch keine der vielversprechenden Chancen vermochten die quirligen, aber durch häufige Fehlpässe etwas wirr stürmenden Damen zu verwandeln. Und selbst in der dreiminütigen Nachspielzeit verpasste ein Freistoß aus 18 Metern in letzte Sekunde das gegnerische Tor.
So gesehen, sahen die Rhüdener an diesem Tag etwas his­-torisches. Denn wer kann sich schon noch an die letzte Niederlage der deutschen Damen bei einer Europameisterschaft erinnern? Lieber hätten sie dann doch einen Ausbau der nahezu unglaublichen Serie mit angeschaut.
Von Erleichterung konnte aufgrund der Tatsache, dass die Deutschen trotz der Niederlage weitergekommen waren, nicht die Rede sein. Denn jetzt ist die Zeit der Experimente und der gefühlten Testspiele endgültig vorbei. Jetzt geht es ganz klar ans Eingemachte. Und gerade da regt sich leichter Zweifel an. Mit Italien geht es nämlich jetzt transalpin und damit deutlich heftiger weiter als noch gegen das relativ schwache Island aus dem hohen Norden.
Das Spiel gegen Italien wird am kommenden Sonntag ab 18 Uhr wieder live und in Farbe im Rhüdener Pfarrgarten übertragen. Dazu sind wiederum alle herzlich eingeladen.