Turbulentes Spiel in Rhüden

Christoph Bertram (FC Rhüden, hinten) sah kurz nach dem Seitenwechsel die Gelb-Rote Karte.

Nordharzliga: FC dreht in Unterzahl die Partie und hat in der Nachspielzeit Glück

Mit einer tollen mannschaftlichen Gesamtleistung erspielte und erkämpfte sich der FC Rhüden ein 3:3 (1:2) gegen den Favoriten vom MTV Lichtenberg.

Auf dem seifigen Untergrund in Rhüden hatten die Gäste aus Lichtenberg die erste gute Chance. Nach einem Fehler im Spielaufbau des FC konnten sie ihre Möglichkeit aber nicht nutzen (5.). Besser machte es der Gastgeber. Nach einer schönen Vorarbeit von Christian Jürries hatte Bashkim Zhivolli wenig Mühe zur 1:0-Führung zu vollenden (9.). Durch diesen frühen Treffer bekam der FC das Spiel merklich in den Griff. Der hoch gehandelte MTV Lichtenberg hatte doch deutliche Probleme im Spielaufbau. Das lag aber auch daran, dass die an diesem Tage gut gestaffelte FC-Defensive nichts anbrennen lies. Auf der anderen Seite hatte Philipp Pfefferle (19.) und Patrick Nimke per Freistoß (25.) noch jeweils eine Chance auf das 2:0.
Im Gefühl der scheinbaren Überlegenheit schalteten die „Rot-Weißen“ nach und nach einen Gang zurück. Dadurch kam der MTV zu einigen Standards, die aktuell beim FC immer für Verwirrung sorgen. So war es wenig verwunderlich das nach einem Freistoß der Ausgleich fiel (39.). Auch bei der nächste Ecke brannte es lichterloh im FC-Strafraum. Allerdings ging der Ball aus kurzer Entfernung über den Querbalken (43.). Als sich beide Mannschaften schon fast auf dem Weg in die Kabine befanden, fiel noch das 1:2 (45. +1.) für den MTV. Vorausgegangen war ein Fehler in der Spieleröffnung der „Rot-Weißen“.
Für den zweiten Durchgang hatten sich der FC Rhüden viel vorgenommen. Dieser Plan schien aber schon nach drei Minuten zerstört zu werden. Christoph Bertram musste, nach seinem zweiten Foulspiel, mit Gelb-Rot vom Platz. Trotz Unterzahl spielte jetzt nur noch der FC. Der MTV Lichtenberg fand praktisch nicht mehr statt. FC-Keeper Jochen Warnecke hätte eigentlich in der Kabine bleiben können, da er nichts zu tun bekam. Christian Jürries hätte gleich nach dem Platzverweis für den Ausgleich sorgen müssen. Aus zwölf Metern jagte er das Leder aber über die Latte (49.). Sein Bruder Roland konnte die sich ihm bietende Chance auch nicht nutzen (52.). Jetzt kam bei den „Rot-Weißen“ auch noch Pech dazu. Ein Freistoß von Nimke aus 17 Meter ging nur an die Latte (55.). Nach weiteren Chancen von Roland Jürries (59.) und Zhivolli (62.) war es endlich soweit. Dulijan Sadiku schaffte den viel umjubelten Ausgleich (63.).
Die „Rot-Weißen“ hatten aber immer noch nicht genug. Sie spielten weiter konzentriert und geduldig nach vorne. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Zhivolli hatten viele FC-Anhänger schon den Torschrei auf den Lippen, Roland Jürries scheiterte aber völlig freistehend am Gästekeeper (72.). Nach einem Foulspiel im Strafraum an seinen Bruder Christian schnappte sich Nimke den Ball und erzielte das hoch verdiente 3:2 (80.).
Mit dem Mut der Verzweiflung versuchte der MTV jetzt noch etwas Zählbares mit zu nehmen. Selbst der MTV-Keeper befand sich in den Schlussminuten noch im FC-Strafraum. Der FC Rhüden ließ aber bis zur 93. Minute keine Chance mehr zu. Dann gab es noch einmal Freistoß für den MTV Lichtenberg. Im anschließenden Getümmel verloren die „Rot-Weißen“ den Überblick und das nicht mehr für möglich gehaltene 3:3 war das Ergebnis. Der nicht immer sicher leitende Schiedsrichter hatte anscheinend immer noch nicht genug von der tollen Begegnung und pfiff das Spiel nochmals an. Keine 20 Sekunden später hätte sich der FC nicht beklagen dürfen wenn man sogar ohne Punkte dagestanden hätte. Anstatt das Leder sicher durch die eigenen Reihen laufen zu lassen, spielte man einem MTV-Angreifer den Ball direkt in die Füße. Zum Glück für den FC traf er aber nur den Pfosten (90. +4.). Dann war aber tatsächlich Schluss. Mit der gezeigten Leistung können die Verantwortlichen sehr zufrieden.

FC Rhüden: Jochen Warnecke, Julian Westermann, Malik Mekadmi (73./Sadrick Gomez-Stevens), Christoph Bertram, Philipp Pfefferle (46./Konstantin Schwarz), Patrick Nimke, Yassin Mekadmi, Christian Jürries, Dulijan Sadiku (89./Alexander Samblebe), Roland Jürries und Bashkim Zhivolli.