10.000 Klienten im ZEF gut beraten

Das ZEF-Beraterteam (von links nach rechts): Carsten Bromann (Leiter), Roswitha Kiel, Peter Laveaux, Kathrin Brettschneider und Alois Kerklau.

AWO-Zentrum für Erziehungs- und Familienberatung hilft jährlich über 400 Ratsuchenden

In diesem Sommer konnte das AWO-Zentrum für Erziehungs- und Familienberatung den 10.000. Klienten in der Beratungsstelle im Koch’schen Hof empfangen. Ein Elternpaar wandte sich an die Stelle, weil es sich Sorgen machte, wie ihre Kinder die anstehende Trennung der Eltern verkraften werden.

Die Eltern waren sehr überrascht, dass sie bereits die 10.000. Klienten waren, da sie eine gewisse Scheu und Scham überwinden mussten, um sich mit ihren Familienproblemen an eine Beratungsstelle zu wenden. Sie waren erstaunt zu hören, dass sich jährlich über 400 Ratsuchende an die Beratungsstelle wenden.
1979 eröffnete die integrierte Familienberatungsstelle ihre Türen mit einem reichhaltigen Angebot an Hilfsmöglichkeiten. Damals wurden Menschen zu Erziehungsfragen, bei Ehe-, Familien- und Lebensproblemen, bei einer Krebserkrankung, bei Suchterkrankungen, bei Fragen zu Schwangerschaft und Geburt und beim Schwangerschaftskonflikt beraten. Schnell wurde die Beratungsstelle in Seesen in zentraler Lage im Koch’schen Hof in Seesen und der Umgebung sehr bekannt. Bereits Anfang der 80er Jahre kamen jährlich durchschnittlich 250 Klienten ins „ZEF“, wie bald alle Seesener die Anlaufstelle nannten. Das ZEF wurde über die kommunalen Grenzen hinweg mit dem integrativen Ansatz, der bedeutet, dass viele Angebote unter einem Dach angeboten werden, bekannt.
Viele Jahre sind seither vergangen und die Schwierigkeiten von Menschen haben sich verändert. „Heute kommen viele Menschen mit grundsätzlichen Erziehungsfragen in die Beratungsstelle. Viele Eltern beschäftigen sich sehr intensiv mit der Entwicklung ihrer Kinder und möchten gerne alles richtig machen, so dass manche sehr verunsichert sind, wie Erziehung gut gelingen kann“ , so beschreibt Carsten Bromann, der Leiter des ZEF die veränderten Bedarfe von Familien.
„Hinzu kommt allerdings auch, dass die Anzahl von Trennungen in den 34 Jahren erheblich angestiegen ist und viele Familien deshalb eine Beratung nutzen, um ihre Kinder gut zu begleiten“, beschreibt der Psychologe einen weiteren Schwerpunkt der Anliegen der Eltern. Derzeit liegt der direkte Anmeldegrund Trennung und Scheidung bei 30 Prozent. Vor 30 Jahren hingegen lag dieser Grund, eine Beratung aufzusuchen nur bei fünf Prozent.
Leider konnte das ZEF auf Grund von Zuschusskürzungen im Jahr 2006 dieses breite Angebot nicht aufrecht erhalten. Die Angebotspalette bezieht sich seitdem auf Erziehungs- und Schwangerschaftsberatung. „Es tut mir oftmals sehr leid, wenn wir Menschen in großen persönlichen Notlagen, zum Beispiel Erwachsene, deren Partner sich getrennt haben, wegschicken müssen, da niemand mehr diese Hilfe bezahlt“, so fasst Carsten Bromann die sich veränderte Lage zusammen. Das Team der Beratungsstelle hat aus dieser „Not“ eine „Tugend“ gemacht und das Profil der Beratungsstelle dahingehend geschärft, dass ein Schwerpunkt der Arbeit im Übergang von der Schwangerschaft und den ersten Jahren mit dem Kind gelegt wurde.
Dieser Ansatz der Frühen Erziehungsberatung von Eltern im Alter der Kinder von null bis sechs Jahren wurde 2007 vom Land Niedersachsen als Best-Practice-Beispiel für Kinderschutz ausgewählt.