12. Neujahrskonzert lässt keine Wünsche offen

Das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen ließ am Wochenende bei seinem bereits 12. Neujahrskonzert keine Wünsche offen.
 
Das Publikum im restlos ausverkauften „Hotel Wilhelmsbad“ war vom Auftritt des Orchesters außerordentlich begeistert.

Volkstümliches Blasorchester des MTV Bornhausen wird mit stehenden Ovationen belohnt

Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen anlässlich seines 12. Neu­jahrs­konzertes am vergangenen Sonnabend im Seesener Hotel „Wilhelmsbad“ angekündigt und das Versprechen eingehalten. Rund drei Stunden lang verstanden es die 21 Musiker und sieben Musikerinnen unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Die Eintrittskarten waren bereits wieder Wochen vor dem Konzert vergriffen, und wer eine der Karten ergattert hatte, genoss es im bis auf den letzten Platz besetzten Saal, den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mit zu klatschen oder auch mitzusingen. Am Schluss der Veranstaltung gab es stehende Ovationen und alle waren sich einig – so sollte ein musikalisches Jahr beginnen.
Das Orchester sorgte auch sogleich mit dem Militärmarsch „Graf Zeppelin“ von Carl Teike für einen prächtigen Auftakt. Dann griff „Kult-Moderator“ Otto Brodthage zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den komplett erschienenen Vorstand des MTV Bornhausen, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune unter den Besuchern. Der musikalische Bogen war weit gespannt. Weiter ging es mit einem Medley russischer Melodien unter dem Titel „Wo die Wolga fließt“ von Hans Kolditz und Bernd Egidius. Dieser von vielen Zuschauern aus dem Stammpublikum gewünschte bunte Strauß russischer Melodien wie der Säbeltanz, Katjuscha, Kalinka, Raspaschol oder die Schiwago-Melodie waren voll Melancholie und Rhythmus. Der Polka „Daheim in Böhmen“, bei der Arndt Fleischmann und Hans Regenhardt am Tenorhorn, sowie Klaus Hofmann am Bariton und Holger Fickert am Bass die wunderschöne Einleitung intonierten und das Orchester dann beschwingt die Polka weiterführte, folgte mit „Der Torgauer“ ein traditioneller Militärmarsch im 4/4-Takt. Ein Musical-Medley war danach angesagt: „Jesus Christ Superstar“, ein Rock-Musical in dem die letzten sieben Tage im Leben von Jesus Christus beschrieben werden und das am 12. Oktober 1971 in New York City uraufgeführt wurde. Komponist war der damals noch unbekannte Andrew Lloyd Webber, der anschließend eine steile Karriere startete. Mit dem Stück „Don Pedro“ von Johan Nijs folgte ein flotter Paso Doble. Kurz vor der Pause war mit dem Medley „Picadilly Street“ folkloristisches aus „Great Britain“ angesagt. Mit einem Marsch war das Konzert eröffnet worden und mit dem Marsch „Gruß an Böhmen“, aus der Feder des Komponisten Vaclav Vackar, ging es in die verdiente Pause.
Der Konzertmarsch „Mars de Medici“ von Johan Wichers war der Auftakt zu einem überaus beschwingten zweiten Teil. Mit „Billy Vaughn Goldies“ versuchte sich das Orchester anschließend als Big Band. Und obwohl die für den Big-Band-Sound maßgeblichen Instrumente wie Klavier und E-Gitarre fehlten, kam das Orchester dem doch schon sehr nahe. Evergreens wie „Blueberry Hill“ oder „La Paloma“ taten ein Übriges. Nach der Hymne der Bergleute, dem Steigerlied „Glück Auf“, ließ das Orchester die Zuhörer und Zuhörerinnen bei einem Medley der bekanntesten Italo-Hits wie „Sarà perché ti amo“ (Ricchi e Poveri), „Azzuro“ (Adriano Celentano) oder „Gloria“ (Umberto Tozzi) von Sommer, Sonne, Strand und Meer träumen.
Ein Medley im James-Last-Sound, mit Liedern wie „Über den Wellen“, „Liechtensteiner Polka“, „Wien bleibt Wien“ und „Untern Linden“, steigerte die Stimmung im Saal. Der von Johannes Thaler arrangierte Superhit der Gruppe Cora „Komm, wir fahr'n nach Amsterdam“ tat ein Weiteres dazu und bei der anschließenden Schlagerparade, einem Medley von Hans Kolditz“, wippte so mancher Fuß unter den Tischen im Takt mit. Diese unsterblichen Schlager sorgten auch beim Seesener Publikum für einen hohen Gute-Laune-Faktor. Mit dem „Deutschmeister Regiments-Marsch“ von Wilhelm August Jurek setzte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen schließlich einen Schlussstrich unter sein Neujahrskonzert.
Da hielt es anschließend fast niemanden mehr auf seinem Stuhl. Das begeisterte Publikum bewilligte den Musikern, nach vollem Einsatz, keine Pause und forderte mit nicht enden wollendem Applaus begeistert Zugaben. Diese gab es zuerst mit „Tiger Rag“, dem wohl bekanntesten Song aus dem Dixieland Jazz und um dann schmissig mit „Alte Kameraden“, einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Grundfesten des „Wilhelmsbad“ noch einmal in Erschütterung zu bringen. Der Leiter des Orchesters, Hans Regenhardt, hielt für Ulrich Finster und Otto Brodthage einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus.
Für das kommende Jahr kündigte er schon jetzt eine Neuauflage des Konzertes an. – Mit „Guten Abend, gute Nacht“, dem Wiegenlied von Johannes Brahms, schickte das Orchester sein Publikum dann auf den Heimweg.