12,5 Tonnen Zucker je Hektar

Die Zuckerrübenkampagne 2013/2014 verlief durchwachsen.

Bilanz des Zuckerrübenanbauerverbandes / „Landwirte haben gute Rübenqualität geliefert“

Auf der Winterversammlung der Nordzucker AG und der Zuckerrübenanbauerverbände Niedersachsen-Mitte e.V. und Südniedersachsen e.V. in Altgandersheim zogen Vertreter der Nordzucker und der Zuckerrübenanbauerverbände eine Bilanz zur abgeschlossenen Rübenverarbeitungskampagne 2013/14

. Darüber hinaus gab Nordzucker einen Ausblick für den Rübenanbau und auf den Zuckermarkt.
Rückblickend auf die Kampagne 2013 stellte Joachim Engelke, Vorstandsvorsitzender des Zuckerrübenanbauerverbandes Südniedersachsen e.V. fest: „Der größte Teil der Kampagne ist gut verlaufen. Nur zwischenzeitlich waren Ernte und Anlieferung durch die Witterung beeinträchtigt.“ Auch wenn die Erträge teilweise enttäuschten, ließen die positiven Marktbedingungen einen zufriedenstellenden Abschluss des Rübenjahres erwarten.
Auch Matthias Schulte, Rübenbüroleiter des Werkes Schladen der Nordzucker AG bezeichnete die abgelaufene Kampagne als erfreulich. „Die Aussaat erfolgte ungewöhnlich spät, aber unter guten Bedingungen.“ Hohe Niederschläge Ende Mai mit kühlen Temperaturen und eine ausgeprägte Trockenphase im Juli und August hätten in Verbindung mit der späten Aussaat einen unterdurchschnittlichen Ertrag gebracht. „In unserer Region zwischen Leine und Harz konnten die Landwirte einen Ertrag von 12,5 Tonnen Zucker je Hektar erzielen.“ Zufrieden berichtet Schulte von der guten Verarbeitungsleistung im Werk Schladen. „Dass die Rübe bis zum Ende der Kampagne sehr gut zu verarbeiten war, lag an der außerordentlich guten Rübenqualität, die die Landwirte geliefert haben“, unterstreicht Schulte. Zudem hätten gezielte Investitionen der Nordzucker eine gleichmäßig hohe Verarbeitung ermöglicht.
Rückblickend auf die Rübenkampagne berichtete Dr. Clemens Becker, Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes, dass der Verband regelmäßig Kontrollen bei der Bewertung der Zuckerrüben vorgenommen habe. Dort gehe es um das Rübengeld der Landwirte und daher zahle sich dies für die Rübenanbauer aus. Ergänzend erläuterte Becker, dass der Zuckerrübenanbau gegenüber vielen anderen Feldfrüchten in den letzten Jahren in Verbindung mit Erträgen rentabel gewesen sei. Damit der Zuckerrübenanbau auch weiter rentabel bleibe, animierte Becker die Rübenanbauer dazu, alle Reserven zu nutzen, um einen möglichst hohen und stabilen Zuckerertrag zu erzielen. „Dann wird sich die Rübe auch weiterhin als interessante Feldfrucht zeigen.“ Viel Arbeit investierte der Verband, um die gesamte Logistikkette von der Ernte, über die Lagerung bis zur Verladung auf Verlustquellen zu durchleuchten. Becker beschreibt als wichtiges Ziel: „Wir wollen den gewachsenen Zuckerertrag mit möglichst geringen Ernte- und Lagerverlusten erfolgreich vermarkten“.
Dr. Andreas Windt, Leiter der Anbauberatung für Deutschland, machte während seines Vortrages deutlich, dass sich Nordzucker bereits heute intensiv auf die Zeit nach dem Wegfall der Quotenregelung und der Mindestpreise für Rüben vorbereite. Es gelte, so Windt, die Wettbewerbsfähigkeit der Rübe kontinuierlich zu verbessern und die bestehende Marktposition zu verteidigen. Ein Eckpfeiler bleibe deshalb das Programm 20.20.20 mit seiner Vielzahl von Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung in der gesamten Kette vom Anbau bis zur Verarbeitung.
Vor dem Hintergrund der Brüsseler Beschlüsse zur Abschaffung der Quotenregelung ab 2017 steht die Rüben- und Zuckerbranche vor erheblichen Herausforderungen. Anstelle der bis dahin existierenden Mengen- und Preisgarantien müssen Lieferverträge und Rübenpreise künftig direkt zwischen Zuckerunternehmen und Zuckerrübenanbauerverbänden ausgehandelt werden. „Wir treten dabei für Regelungen ein, die einen erfolgreichen Rübenanbau und eine wettbewerbsfähige Zuckerproduktion in unserem Verbandsgebiet sichern sowie alle Mitglieder gleich behandeln“, betonten die Vertreter der Rübenanbauer.
Bei turnusgemäß stattfindenden Wahlen zur Regionalvertretung des Zuckerrübenanbauerverbandes Niedersachsen-Mitte e.V. wurde der Rübenanbauer Dietrich Sälzer (Hachenhausen) gewählt.