17-jähriger Seesener muss drei Jahre in Haft

Jugendlicher wegen schweren Raubes, Bedrohung mit dem Messer verurteilt

Am Dienstag dieser Woche musste sich ein jugendlicher Straftäter vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Seesen wegen schweren Raubes, Bedrohung mit Messer, Widerstand und Beleidigung gegen Vollstreckungsbeamte, verantworten.

Aufgrund seiner polizeilichen Vorerkenntnisse und der schwere der Taten verhängte das Amtsgericht Seesen, und in diesem Fall Amtsgerichtsdirektor Rolf Stratmann, eine dreijährige Haftstrafe gegen den 17-jährigen Straftäter.
Zur Vorgeschichte: Zunächst hatte der junge Mann unter Vorhalt eines Messer versucht, am 23. August die Handtasche einer 78-Jährigen zu rauben. Er fügte der Frau dabei mit dem Messer Verletzungen im Gesicht zu. Nur fünf Tage später, also am 28. August, gegen 21.25 Uhr kam es dann in einem in der Seesener Schützenallee gelegenen Mehrfamilienhaus zu einer Bedrohung beziehungsweise versuchten gefährlichen Körperverletzung mit Messer, als ein Anwohner eines Nebenhauses einer starken Geräuschentwicklung nachgehen wollte.
Durch Hausanwohner wurde das spätere Opfer darauf aufmerksam gemacht, dass eine Person in einer der oberen Wohnungen „abdrehen“ würde. Es handelte sich um den 17-jährigen jungen Mann. Als das spätere Opfer den Hauseingang betrat, kam ihm ein Zeuge, gefolgt von dem 17-Jährigen, entgegen. Der Jugendliche, der ein Messer in der Hand hielt, versuchte unvermittelt auf das spätere Opfer einzustechen.
Dieses konnte durch Zurückweichen und dem Umstand, dass sich der Zeuge zwischen dem Angreifer und dem Opfer befand, den Stichbewegungen ausweichen. Gemeinsam gelang es dem späteren Opfer und dem Zeugen den Angreifer zu überwältigen und auf dem Boden zu fixieren.
Dem Jugendlichen wurde dann das Messer abgenommen. Bis zum Eintreffen der Polizei verhielt sich der Beschuldigte sehr aggressiv. Selbst den eingesetzten Polizeibeamten gab er an, sie alle „abstechen“ zu wollen, wenn er wieder frei sei.
Durch hinzugezogene Unterstützungskräfte wurde der Beschuldigte der Polizeiinspektion Goslar zugeführt, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Anschließend wurde er seinerzeit der Jugendpsychiatrie in Hildesheim zugeführt, später saß er in U-Haft in Hameln. Nun folgte die Verurteilung.