19 neue Bus-Scouts in Rhüden begrüßt

Die neuen Bus-Scouts bei der Urkundenübergabe in Rhüden.

Schüler sollen Busfahrt zur Schule sicherer machen / Semmelroggen: „Keine schweren Vorfälle mehr“

Zivilcourage – das Thema ist heutzutage aktueller denn je und muss nach Angaben des Präventionsrates Niedersachsen auch weiterhin gefördert werden. Aktionen in ganz Niedersachsen sollen auf das Thema Zivilcourage dauerhaft aufmerksam machen.
Eine Veranstaltung zu diesem Thema fand kürzlich in Rhüden statt, und zwar mit der Vorstellung der neuen Schüler-Bus-Scouts, die in einer gemeinsamen Aktion vom Zentralverband Verkehrsverbund Südniedersachsen, der Polizei sowie den beiden Bus unternehmen Tappe (Kreiensen) und Pülm (Rhüden) ausgebildet wurden. Die Bad Gandersheimer Schüler – in Seesen gibt es ein Äquivalent leider immer noch nicht – erhielten an diesem Tag auch ihre Zertifikate.
Seit dem Jahr 2008 gibt es das Projekt in Bad Gandersheim. In den Landkreisen Osterode, Northeim und Göttingen nehmen inzwischen flächendeckend fast alle 65 Schulen daran teil. „In den nun sechs Jahren wurden insgesamt zirka 3500 Schüler ausgebildet, 1800 sind davon derzeit noch Schüler“, berichtete Frank Semmelroggen vom Polizeikommissariat Bad Gandersheim.
Angefangen hatte alles in den 90er Jahren in Gelsenkirchen. Dort mussten teils Streifenwagen hinter den Schulbussen herfahren, weil die Gewalt unter den Schülern immer wieder eskalierte. Aus diesem Problem heraus wurden in Gelsenkirchen Busbegleiter ausgebildet. Schüler, die dafür sorgen sollten, dass die Gewaltspirale durchbrochen werden kann. Mit Erfolg!
Das Projekt wurde vielfach imitiert, so auch vom Zweckverband Verkehr Südniedersachsen, der seit einigen Jahren Bus-Scouts gemeinsam mit den Schulen und der Polizei ausbildet. Gemeinsam schulten Frank Semmelroggen sowie Stefan Pülm und Sascha Tappe an insgesamt fünf Tagen. Als Betreuungskräfte waren auch Hendrik-Andre Stolte von der Förderschule und Thomas Mehrländer von der Oberschule beteiligt. In der Ausbildung lernten die Schüler, sich in Rollenspielen den Themen Gewalt, Körpersprache, Regeln und Zivilcourage zu nähern. Die jungen Leute sollen dafür sorgen, dass auf dem Weg von Schülern zur Bushaltestelle und in den Bussen alles glatt läuft, ohne Gewalt, ohne Schubsen und Drängeln.
Und es scheint zu klappen, berichten sowohl die Schulleiter, als auch die Polizei: „Während es früher auch hier in den Bussen teilweise Schlägereien gab, wurden in den letzten Jahren keine schweren Vorfälle mehr gemeldet.“
Die 13- bis 14-jährigen Achtklässler bekamen nun ihre Ausbildungsurkunden überreicht. „Gut ist auch, dass hier die unterschiedlichen Schulformen zusammenkommen“, findet Antke Brethauer, Schulleiterin der Oberschule Bad Gandersheim.

Oberschule: Lara Hecht (Winzenburg), Pascal Wiegräfe (Dannhausen), Oliver Rademacher und Jannis Kielhorn (beide Heckenbeck).

Osterbergschule: Jaqueline Kreußlich (Bad Gandersheim) und Christoph Herfort (Greene).

Roswitha-Gymnasium: Swantje Allemann (Echte), Nils Asch, Max Scho (beide Kalefeld), Lea-Sophie Bey (Eyershusen), Sophie Dielzer (Heckenbeck), Christopher Hartung, Benjamin Kreiler, Malte Schnurr, Aylin Aslan (alle Lamspringe), Marek Oppermann (Sebexen), Marcel Pascheka (Ackenhausen) und Jannik Sengstack (Westerhof).