2000 Orgelpfeifen sorgen für satten Klang

Die Klasse 4a der Schildbergschule ließ sich von Andreas Pasemann die Kirchenorgel zeigen.

Viertklässler der Grundschule am Schildberg auf Orgel-Entdeckertour in der St.-Andreas-Kirche

Raus aus dem Klassenraum und vor Ort auf Entdeckungstour gehen – so macht Unterricht wirklich Spaß.

Dass dürften sich auch die Mädchen und Jungen aus der Klasse 4a der Seesener Grundschule Am Schildberg gedacht haben. Sie tauschten am Montag nämlich die Schul- gegen eine Orgelbank ein. Mit anderen Worten: Auf Einladung von Propsteikantor Andreas Pasemann und in Begleitung von Klassenlehrerin Lore Seidig statteten sie der St.-Andreas-Kirche einen Besuch ab, um dort einmal einen etwas genaueren Blick auf die „Königin der Instrumente“ zu werfen. Eine Gelegenheit, die man nun wirklich nicht alle Tage bekommt.
Wie schon oft in der Vergangenheit – eine Woche zuvor war erst die Klasse 4b der Schildbergschule zu Gast – stellte Kirchenmusiker Andreas Pasemann den jungen Gästen seinen bevorzugten Arbeitsplatz vor, und zwar den hinter den Manualen der beeindruckenden Orgel. Um optimale Spiel- und Klangergebnisse erhalten zu können, müsse eine solche Kirchenorgel trotz ihrer stattlichen Größe ganz präzise und exakt gebaut werden, erklärte Pasemann. Dass dem so ist, davon konnten sich die Kinder bei einem Blick ins Innenleben des Instruments überzeugen. Viel Holz und Metall war da zu sehen.
Besonders staunten die Kinder beim Anblick der „Orgel-Lunge“. Als Andreas Pasemann einen Großteil der Register zog und einmal kräftig in die Tasten langte, da musste der große, an den Verbindungsstücken mit Leder abgedichtete Balg anschließend ganz schön kräftig „Luft holen“, um wieder genügend Puste zu bekommen. „Früher musste der Orgelbalg durch Menschenkraft mit Luft versorgt werden, heute besorgt das ein elektrisch angetriebener Luftmotor“, erklärte der Experte.
Und er hatte noch mehr verblüffende Fakten zu bieten. So zähle die Orgel rund 2000 Pfeifen, die kleinste kaum zehn Zentimeter lang, die größeren „mehr als doppelt so groß wie ihr“. Außerdem erfuhren die Grundschüler, die den Propsteikantor mit Fragen regelrecht löcherten, dass viel Fleiß und Disziplin dazugehören, das Orgelspiel zu erlernen. Die Kinder durften sogar selbst einmal ein paar Töne per Tastendruck erzeugen.
Zum Abschluss gab Pasemann dann mit Johann Sebastian Bachs berühmter „Toccata und Fuge“ in d-Moll seinen jungen Gästen auch noch ein kleines Privatkonzert – und wurde dafür mit Beifall und einem großen Dankeschön belohnt.