20.000 Euro an einemWochenende vertelefoniert

An den letzten Wochenenden waren bei mehreren Firmen im Landkreis hohe Gebührenrechnungen entstanden. (Foto: Kiehne)

Sicherheitslücke in Telefonanlagen / 4600 Anrufe eines Unternehmens gingen nach Afrika

Seesen / Goslar (uk). Eine Sicherheitslücke in Telefonanlagen von Firmen haben unbekannte Täter ausgenutzt. An den letzten Wochenenden waren bei mehreren Firmen im Landkreis hohe Gebührenrechnungen entstanden. Unbekannte Täter hatten sich von außen eingewählt und bei einer Nebenstelle eine Rufweiterleitung zu einem extra eingerichteten ausländischen Mehrwertdienst programmiert. Dann wurde diese Nebenstelle über das Wochenende immer wieder angewählt. Die Telefonanlage leitete die Anrufe an den Mehrwertdienst weiter, die Kosten von bis zu 30 Euro pro Anruf trägt die Firma. Bei einer Firma gingen so an einem Wochenende über 4600 Anrufe unter anderem nach Afrika. Die dortigen Anbieter zahlen einen hohen Prozentsatz der Gebühren an den Mieter des Mehrwertdienstes aus. Ein Eingriff von außen ist bei fast allen Telefonanlagen erwünscht, um zum Beispiel kurzfristig eine Vertreterfunktion einzurichten. Ist die Telefonanlage noch mit dem Standardpasswort der Auslieferung gesichert, können die Täter hier einfach zuschlagen. Alle Unternehmen sollten dringend überprüfen, wie die Einstellungen bei ihren Systemen sind. Darüber hinaus können die Nutzer von entsprechenden Anlagen sich jederzeit an die Hersteller beziehungsweise deren Vertriebspartner wenden, um die entsprechenden Einstellungen kontrollieren beziehungsweise vornehmen zu lassen.