30.000 Besucher auf Zeitreise

Die Sage vom Silberhohl erzählt die Geschichte von Raub­ritter Wulfhardus und Jutta von Pedel mit der dramatischen Momentaufnahme aus der Stadtgeschichte von 1269. (Foto: Kiehne / Mateo / Hoffmann)

Nachbetrachtung zum Sehusafest 2014

Die Schlachten sind geschlagen und die Stände, Bänke, Zäune sowie Bühnenelemente für das 41. Sehusafest trocken verstaut. Das als „eines der größten Historienfeste Norddeutschlands“ bezeichnete Sehusa Fest, feierte am vergangenen Sonnabend seinen Auftakt bereits zum 40. Mal.

Nach den sommerlichen Temperaturen im vergangenen Jahr, gewann das Mittelalterfest auch in diesem Jahr die Wetter-Schlacht – jedenfalls zu großen Teilen. Nach Schätzungen der Polizei, sind rund 30.000 Besucher am Wochenende nach Seesen gekommen, um ins Mittelalter einzutauchen. Allein den Festumzug am Sonntagnachmittag verfolgten, nach Schätzungen der Polizei, rund 5000 Besucher.
Es war in Seesen nicht zu überhören: Musketen- und Kanonendonner, mittelalterliche Klänge, es knallte und rumste – der Dreißigjährige Krieg war in vollen Zügen. Vor dem Jagdschloss verfolgten Tausende Besucher hautnah die spektakulären Belagerungs- und Schlachtszenen auf der großen Wiese. Bereits am Sonnabendmittag startete der historische Markt, und der war gespickt mit allerlei Kram. Mehr als 50 verschiedene Handwerkskünste aus früherer Zeit konnten bestaunt und erlebt werden. Quacksalber, Gaukler und Spielleute entführten die Besucher auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Natürlich fehlten die Lands­knechtswerber und die schon legendäre Rittertafel nicht.
Jedes Fest bietet neue Highlights. Dieses Fest wartete mit einer mittelalterlichen Doppelhochzeit auf. Denis und Natascha Ostermann sowie Sascha und Nicole Uhde gaben sich – wie bereits berichtet – vor dem Städtischen Museum das kirchliche Ja-Wort. Eine Windhund-Schau gab außerdem Einblicke in die Jagd zur Rokoko-Zeit.
Auch an die „kleinsten Besucher“ hatte der Historienverein gedacht. Neben der Kinder­be­treuung und zahlreichen Aktivitäten wie den Geschicklichkeitsparcours, Töpfern, Schmieden und Armbrustschießen konnten die Kleinen beim Puppen- oder Mäusetheater verweilen.
Außerdem lud ein kleines Karussell zum Mitfahren ein. Es fehlte an nichts, Massagen, „Speyß und Trank“ – fast jeder Wunsch zum Wohlfühlen – wurde erfüllt. Am Sonnabendabend durfte natürlich traditionell die feierliche Eröffnung des Festes, die Aufführung der „Sage vom Silberhohl“, das mystische Feuerspectaculum sowie das Mittelalter-Konzert mit Pestilenzia und Cultus Ferox nicht fehlen – so wie am Sonntag der große Festumzug und der Aufruf von Herzog Otto dem Einäugigen zum Turnier.
Mit Einbruch der Dämmerung beendete der Nachtwächter das 40. Sehusafest und im nächsten Jahr beginnen die Schlachten von vorne. Dann hoffentlich auch wieder mit der Mutter des Sehusafestes, Elisabeth Paetz-Kalich, die bekanntermaßen wegen eines Beinbruches nicht teilnehmen konnte. Sie wurde von vielen Protagonisten auf dem Fest vermisst.