332.000 Wahlberechtigte bei Kirchenvorstandswahl

Wahllokale mindestens sechs Stunden geöffnet

Braunschweig / Seesen (bo). Unter dem Motto „Gemeinde stark machen“ wählen die 400 Kirchengemeinden der Landeskirche Braunschweig am Sonntag, 18. März, ihre neuen Kirchenvorstände. Rund 3000 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich 332.000 Wahlberechtigten über 16 Jahren. Die Amtszeit der Kirchenvorstände beträgt sechs Jahre.
In der Landeskirche Braunschweig haben sie je nach Größe der Gemeinde zwischen vier und 15 Mitglieder. Da die meisten Gemeinden weniger als 2000 Mitglieder stark sind, liegt die durchschnittliche Größe der Kirchenvorstände zwischen vier und acht Personen. Die größte Gemeinde der Landeskirche ist die Weststadt-Gemeinde in Braunschweig mit rund 7500 Mitgliedern. Die Wahllokale in den Kirchen und Gemeindehäusern haben mindestens sechs Stunden, zumeist im Anschluss an die Gottesdienste, geöffnet.
In der evangelischen Kirche leitet nicht alleine der Pfarrer die Gemeinde, sondern das Pfarramt teilt sich die Verantwortung für die Gemeindeleitung mit dem Kirchenvorstand. Der Pfarrer ist durch sein Amt zwar Mitglied im Kirchenvorstand, muss aber nicht dessen Vorsitzender sein. Ausgehend vom reformatorischen Gedanken des „Priestertums aller Gläubigen“ werden die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher demokratisch gewählt. In regelmäßigen Sitzungen entscheiden sie über die theologischen, finanziellen und personellen Belange der Gemeinden.
Jede Kirchengemeinde ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Insofern kommen die Gemeinden mit den Wahlen auch der Verpflichtung nach, ihre Selbstorganisation nach Recht und Gesetz vorzunehmen. Dabei richten sie sich nach dem in ganz Niedersachsen geltenden Kirchenvorstandsbildungsgesetz. Auch in den lutherischen Kirchen Hannovers, Oldenburgs und Schaumburg-Lippes finden am 18. März Kirchenvorstandswahlen statt.
Vor sechs Jahren lag die Wahlbeteiligung in den Landeskirchen Braunschweig und Schaumburg-Lippe mit mehr als 24 Prozent niedersachsenweit am höchsten. Hannover erzielte gut 17, Oldenburg knapp 15 Prozent. Der Frauenanteil bei den gewählten Kandidatinnen und Kandidaten lag bei 57 Prozent.