36-Jährige stiftet dazu an, den Ex zu verdreschen

Alkoholkranke Seesenerin kommt mit Bewährungsstrafe davon / Tod des Verlobten ein schwerer Schicksalsschlag

Eine 36-jährige alkoholkranke Frau aus Seesen musste sich wegen der Anstiftung zur vorsätzlichen Körperverletzung jetzt vor dem Amtsgericht in Seesen verantworten.

Die Frau hatte während einer „gemütlichen Runde“ im Oktober einen Bekannten dazu angestiftet, ihren Ex-Freund „schlafen zu legen“. Dieser hatte die Frau zuvor bedrängt. Der Bekannte folgte daraufhin dem Ex ins Badezimmer und wurde schnell handgreiflich.
Der Ex-Freund schlug während der Auseinandersetzung mit dem Kopf auf die Badewanne und blieb bewusstlos liegen. Erst später benachrichtigte die 36-Jährige einen Krankenwagen. Gottlob trug der Mann keine bleibenden Schäden davon. Der Täter ist bereits in erster Instanz verurteilt worden, der Fall wird aber noch einmal verhandelt, und zwar vor dem Landgericht in Braunschweig.
Wie sich während der Gerichtsverhandlung herauskristallisierte, hat die Angeklagte ein massives Suchtproblem. Über 20 Jahre habe sie Drogen und Betäubungsmittel konsumiert. Davon sei sie befreit. Abhängig sei sie nun aber noch von Alkohol. Mindestens zehn Flaschen Bier am Tag und auch der Konsum von Wodka dürften diese Einschätzung bestätigen.
Die Frau ist zudem von einem schweren Schicksalsschlag getroffen, seit ihr Freund in diesem Jahr gestorben ist. Er wurde am 15. Juli das Opfer einer Messerattacke, die tödlich endete. Der Verlobte starb in ihren Armen. Seither tröstet sich die arbeitslose Frau mit noch mehr Alkohol. Der Täter sitzt derzeit in Untersuchungshaft, ihm wird demnächst ebenfalls vor dem Landgericht in Braunschweig der Prozess gemacht.
Letztlich verurteilte Richter Frank Rüger die 36-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem bekommt sie einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Vor der Urteilsverkündung hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von zwei Monaten ohne Bewährung gefordert.
Richter Rüger blieb hinter dieser Forderung zurück, vielleicht auch, weil die Frau vor Gericht unter Tränen angab, dass der Tod ihres Verlobten sie zwar habe abstürzen lassen, sie gleichzeitig aber auch wachgerüttelt wurde. Sie wolle sich alsbald in therapeutische Behandlung begeben, um ihr Leben wieder in positive Bahnen lenken zu können. Zudem strebt sie Überlegungen an, Seesen für immer den Rücken zu kehren.