40 Schlepper markierten die geplante Trasse

Bürgermeister Erik Homann (daneben Kreislandwirt Jürgen Hirschfeld) nutzte Aktion Suedlink leuchtet, um zu erklären, dass er die Erdverkabelung als einen Erfolg der Bürgerinitiativen begrüße, sich jedoch ebenso den Forderungen des Landvolkverbandes anschließen könne und sicher sei, dass es hierfür auch die Unterstützung des Rates geben werde.

SuedLink leuchtet: Bürgermeister Erik Homann: „Grunstückseigentümer können nicht allein die Hauptlast tragen!”

Wie bereits gestern im „Beobachter“ berichtet, trafen sich am vergangenen Montag zahlreiche Mitglieder der Seesener Ortsräte und des Stadtrates sowie viele Landwirte am Sonnenberg. Eingeladen hatte der Landvolkverband Braunschweiger Land vertreten durch seinen Geschäftsführer Kurt Hübner und dem Vorsitzenden Ulrich Löhr. Das Ziel dieser niedersachsenweit stattfindenden Aktion war es, die geplante Trasse des SuedLinks mit Traktoren zu illuminieren, um einmal die Dimension dieses Projektes aufzuzeigen. Gerhard Kolle aus Engelade begrüßte die Anwesenden mit der Aussage: „Wir haben eingeladen, um auf die Problematik dieser Stromautobahn für uns Landwirte hinzuweisen. Wir Bauern stehen zur Energiewende und auch zum damit nötigen Leitungsbau. Wir fordern jedoch die Belange der Grundeigentümer, die die Hauptlast dieser Erdverkabelung tragen, zu wahren.“
Der Landvolkverband Niedersachsen hat ein 10-Punktepapier zum Netzausbau in Niedersachsen entworfen, welches an diesem Abend vom Gemeindeverbandsvorsitzenden in Teilen vorgestellt und erklärt wurde. Kernpunkte der Forderungen dieses Forderungskataloges sind der bodenschonende Ausbau der Trasse mit einer Gutachterlichen Begleitung der Arbeiten, während und nach Fertigstellung der Bauarbeiten. Ebenso verlangen die Grundeigentümer wiederkehrende Zahlungen in Form von Konzessionsabgaben von den Betreibern der Trasse.
Und natürlich muss eine weitere landwirtschaftliche Nutzung nach Wiederherstellung der Flächen möglich sein. Weiterhin darf es zu keinen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Flächen kommen, die nach Fertigstellung wieder land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden können.
Kreislandwirt Jürgen Hirschfeld ging in der Folge explizit auf die Auswirkungen dieses Megaprojekts für die betroffenen Kommunen und die Stadt Seesen ein.
Er nannte Zahlen zur enormen Belastung der Infrastruktur. So sind allein für die Erstellung eines Kilometers der Stromtrasse Transporte von mindestens 500 LKWs nötig. Schon jetzt sollten die Gemeinden darauf achten, dass bei einer Ausweitung von Wohn- oder Gewerbegebieten keine Überbauung der Trasse möglich sein wird.
Der NDR, der diese Zusammenkunft begleitete, nutzte die Gelegenheit zu vielen Gesprächen mit den Betroffenen.
Bürgermeister Erik Ho- mann nutzte die Gelegenheit, um zu erklären, dass er die Erdverkabelung als einen Erfolg der Bürgerinitiativen begrüße, sich jedoch ebenso den Forderungen des Landvolkverbandes anschließen könne und sicher sei, dass es hierfür auch die Unterstützung des Rates geben werde.
„Denn,“ so der Bürgermeister, „die Grundeigentümer können nicht allein die Hauptlast dieses politischen Willens zur Erdverkabelung tragen.“
Nach Ende dieser kurzen Veranstaltung setzten sich die Landwirte auf ihre Schlepper und nahmen ihre abgesprochenen Positionen ein, um dann den geplanten Trassenverlauf mit ihren beleuchteten Maschinen von Ildehausen bis Rhüden kenntlich zu machen.
Nach einer kurzen Telefonkonferenz mit den benachbarten Verbänden, konnte Ulrich Löhr dann nicht ohne Stolz verkünden, dass es gelungen sei, dieses „Leuchtband“ durch ganz Niedersachsen auf einer Länge von 350 Kilometern zu spannen.